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Aufbau der Haut und des Felles der Katze

Posted by on September 30, 2010  |  No Comments

Die Haut

Die Haut der Katze ist glatt, elastisch und sehr widerstandsfähig. Je nach Region variiert ihre Dicke zwischen 0,2 und 2 mm. Die Hautoberfläche für eine 2 kg schwere Katze beträgt 0,15 m2 und 0,3 m2 bei einem Gewicht von 6 kg. Die Haut dient hauptsächlich als erste Schutzbarriere des Körpers gegen schädliche Einflüsse, da sie durch die Haare und die Hornhaut die Durchlässigkeit einschränkt. Die Haut ist ein mehrschichtiges Organ zu der auch die Hautanhangsgebilde wie Haare, Talgdrüsen und Schweißdrüsen, die Krallen und die Pfotenballen gehören. Die Epidermis stellt die äußere Hülle der Haut dar. Sie ist geschmeidig, wasserabweisend und widerstandsfähig. Die verhornte Schicht der Oberhaut ist eine Anpassung an das Landleben. Die Oberhaut ist nicht mit Gefäßen durchzogen. Sie setzt sich aus mehreren Zellschichten sowie einer Oberflächenbeschichtung aus Schuppenzellen, Proteinen und vor allem Lipiden (Wachshaut und Sterol) zusammen. Dabei setzt sich eine der Schichten aus sehr eng aneinander liegenden Zellen zusammen. Das Ganze ergibt einen wasserdichten Schutz. Besondere Zellen, die Melanozyten, produzieren das Melanin. Dieses Pigment schützt die Haut gegen schädliche Sonnenstrahlen. Innerhalb der Melanozyten werden in sogenannten Melanosomen die Pigmente gebildet und an die oberen Hautschichten weitergegeben. Zum Schutz der Haut vor äußeren Einflüssen gibt es eine regelrechte Zusammenarbeit zwischen den Zellen. Zu diesem Zweck gibt es ähnlich wie im Blut die weißen Blutkörperchen, Zellen mit einer sogenannten Abwehrfunktion bzw. zahlreiche Zellen, die die Sensorfunktion der Lederhaut entsprechend regulieren. Die Lederhaut, der Hauptträger der Haut, stellt einen passiven Schutz gegenüber äußeren Verletzungen dar. Sie dient der Oberhaut als verbindende Grundlage. Dank ihrer starken Durchblutung sichert sie die Nährstoffversorgung der Haut. Sie übernimmt mittels zahlreicher Rezeptoren auch die Sinnesfunktion der Haut. Die Unterhaut besteht aus Bindegewebe, das sich durch fettreiche und stark durchblutete Zellen auszeichnet. Das Fett hat isolierenden Charakter und stellt eine Art Energiespeicher.

Aufbau der Haut, Schnitt

    1 – Oberhaut (Epidermis)
    2 – Lederhaut (Corium)
    3 – Unterhaut (Hypodermis, Subcutis)
    4 – Kapillaren
    5 – Nerven
    6 – Haarfollikel
    7 – Schweissdrüse
    8 – Talgdrüse
    9 – Unterhautfett
    10 – Haarbalgmuskel
    11 – Sekundärhaare
    12 – Primärhaar

Das Haarkleid

Das Haarkleid dient der innerartlichen Kommunikation, übernimmt aber auch wichtige Schutzfunktionen, wie: Schutz vor Verletzungen, Temperaturschwankungen des Körpers oder chemischen Substanzen. Der Haarfollikel ist eine Invagination der Oberhaut, der das Haar ausgehend von einer Wurzel, der Haarzwiebel, hervorbringt. Bei den Fleischfressern lassen sich die Follikel in Dreiergruppen teilen:

* 1 primärer Hauptfollikel, das Leithaar oder Deckhaar hervorbringt und bei den meisten Kurzhaarkatzen 4 cm lang ist.
* 2 primäre Lateralfollikel, die Grannenhaare hervorbringen (Zweithaar oder Deckhaar),
* dieses Trio wird von ungefähr fünfzehn Sekundärfollikeln umgeben, die Wollhaar hervorbringen.

Man unterscheidet mehrere Haarkategorien (deren Klassifizierung je nach Autor unterschiedlich sein kann).

* Deckhaare (Leithaare): lang, dicht, gerade. Schutzelement des Fellkleides, üppig in den oberen Körperregionen.
* Grannenhaare: (ebenfalls eine Schutzfunktion), an der Spitze gekrümmt und am Ende spitz, was ihnen ein keulenförmiges Aussehen verleiht.
* Wollhaare: gewellt und sehr fein. Schutzfunktion (Wärmeisolierung)

Die Tasthaare und die Schnurrhaare, die man vor allem um das Maul herum findet, weisen einige Besonderheiten auf. Sie übernehmen, da sie mit Nervenzellen verbunden sind, eine Sensorfunktion und ermöglichen der Katze so eine Orientierung im Dunkeln. Das Fellwachstum erfolgt kontinuierlich und zyklisch. Jeder Zyklus umfasst drei Phasen (die anagene, katagene und telogene Phase). Die anagene Phase ist die Wachstumsphase, in dieser werden ungefähr 0,3 mm Haar pro Tag produziert. Die katagene Phase ist die Zwischenphase vor der telogenen oder Ruhephase. Die telogene Phase ist die längste, vor allem im Winter sehr ausgeprägt. In bestimmten Zeiten des Jahres lassen sich anagene Phasen beobachten: Das ist zum Beispiel der saisonbedingten Haarwechsel, dessen Kontrolle im Wesentlichen dem Tages-Nachtrhythmus unterliegt. Die Katze widmet sich die meiste Zeit ihrer Pflege. Mit ihrer geschickten und durch die verhornten Papillen rauen Zunge kann sie vor allem während des Fellwechsels einen großen Teil der Lockeren Haare aufnehmen. Bei Aufnahme großer Haarmengen können diese im Magen sogenannte Haarballen bilden, die Verdauungsstörungen hervorrufen können.

Aufbau des Haares

1. “spachtelförmige” Distalpartie (Spitzenbereich des Haare)
2. Cuticula – Schuppenschicht
3. Cortex – Haarrinde
4. Medulla – Haarmark
5. Haarspitze

Schuppenmuster der Cuticula

A. dachziegelartig
B. gezahnt

Hautdrüsen

Die Talgdrüsen stehen mit den Haarfollikeln in Verbindung. Sie sondern hauptsächlich Lipide ab, die an der Bildung der Hautschicht beteiligt sind. Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen. Man unterscheidet apokrine Drüsen, die in den großen Haarkanal münden, und die ekkrinen Drüsen, die direkt mit der Haut in Verbindung stehen. Bei den Fleischfressern sind die ekkrinen Drüsen auf die Pfotenballen beschränkt, sie sind besonders für die „Verwachsung” der Ballen wichtig. Die apokrinen Drüsen sind auf der gesamten Körperoberfläche verteilt und produzieren eine alkalische und proteinhaltige Flüssigkeit. Ihre Aktivität ist allerdings gering und variiert je nach Körpertemperatur nur sehr wenig. In einigen Bereichen bringen die Drüsen besondere Substanzen hervor, welche die Katze bei der Markierung ihrer vertrauten Umgebung und in Bezug auf ihre sozialen Beziehungen benutzt. Über diese Drüsen werden sogenannte Pheromone abgegeben und eine Markierung . Reibt die Katze also ihren Kopf an einem Tischbein oder Ihrem Bein, so markiert sie damit ihr „Eigentum”.




Sinnesorgane der Katze

Posted by on September 29, 2010  |  No Comments

Die sensitiven Funktionen umfassen die fünf Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastempfinden. Die moderne Physiologie kennt noch den Temperatursinn (Thermorezeption), Schmerzempfindung (Nozizeption), Vestibulärer Sinn (Gleichgewichtssinn) und das allgemeine Körperempfindung (oder Tiefensensibilität) (Propriozeption).

Das Sehvermögen (Visuelle Wahrnehmung)

Die Faszination, die die Katze auf den Menschen ausübt, begründet sich auf ihren Blick, der sich durch ihre vertikal streifenförmige Pupille auszeichnet, deren Sehschärfe in der Nacht nicht gemindert scheint. Das Katzenauge ist in der Tat gut an die nächtlichen Raubzüge angepasst.

Wie der Mensch hat die Katze frontal angesetzte und nach vorne gerichtete Augen. Damit hat sie unter den Säugetieren die größte binokulare Sicht (120°), d.h. eine bessere Wahrnehmung von Reliefs und Entfernungen. Auf jeder Seite wird sie von einer monokularen Sicht von ungefähr 80° ergänzt. Das Blickfeld einer Katze ist damit größer als bei uns Menschen und da auch das Blickfeld der einzelnen Augen sich überschneidet, kann sie dreidimensional und scharf sehen. Die Linse (das „Autofokus”system” des Auges) ist sehr beweglich und gestattet eine rasche Fixierung der Beute. Linse und Pupille liegen zur besseren Sehschärfe dichter an der vorgewölbten Hornhaut. Da Iris und Augapfel jedoch unbeweglich sind, muss die Katze gleich den ganzen Kopf drehen, wenn sie zur Seite blicken möchte. Ihre Augenlider ziehen sich zusammen,wenn sie konzentriert auf ein Objekt blickt. Dafür ist ein Ausgleichsmuskel verantwortlich. Wenn die Iris sich nicht zusammenziehen würde, würde sie statt der Maus nur noch ein grelles Etwas sehen. Unsere Stubentiger hat etwa 6 mal lichtempfindlichere Augen als wir Menschen. Der breitere Blickwinkel ergibt sich durch den runderen und flacheren Augapfel der Katze. Das Katzenauge besitzt ein drittes und sehr bewegliches Lid, das die gesamte Fläche der Hornhaut mit einem flüssigen Schutzfilm bedecken und reinigen kann.

1 Bindehaut
2 oberes Lid
3 Iris
4 Hornhaut
5 Linse
6 Kammerflüssigkeit
7 unteres Lid
8 Aufhängeapperat
9 Unterer Augenmuskel
10 Sehnerv
11 Glaskörper
12 Netzhaut
13 Gefäß
14 Lederhaut

Blickfeld der Katze



Formen und Bewegung
Die Wahrnehmung von Formen, von Bewegung und zweifellos auch von Tiefenwirkungen erfolgt vornehmlich in den Netzhautzellen: Einige Zellen erwidern lediglich die Wahrnehmung von orientierten Linien, d.h., es gibt Zellen für die Wahrnehmung von Senkrechten, andere von Wagerechten und Zellen für jede Winkelrichtung (die Spanne reicht von 10 bis 30 Grad). Die Versetzung dieser Linien bei einer Bewegung ermöglicht eine noch größere Wahrnehmung. Anders gesagt, je mehr sich das beobachtete Objekt oder das Tier bewegt, um so besser wird es wahrgenommen.

Sehschärfe
Sehschärfe ist die Fähigkeit, Einzelheiten eines Objektes getrennt und scharf zu sehen. Die Sehschärfe wird in Anzahl der Zyklen pro Bogenminute gemessen, d.h. wie viele Linien pro Bogenminute gesehen werden können.

Menschen haben 30 Zyklen pro Bogenminute, Pferde 18, Hunde 12, Katzen 6. Die Sehschärfe ist bei der Katze 0,2 des Menschen, 0,33 des Pferdes und 0,5 des Hundes. Wenn ein normaler Mensch ohne Sehfehler 20/20 Sehschärfe hat – d.h. er kann in 20 Fuß Abstand einen Gegenstand scharf erkennen, dann hat der Hund 20/75 und die Katze zwischen 20/100 und 20/200. D.h. wenn ein normaler Mensch in 100 Fuß Entfernung einen Gegenstand scharf sieht, dann sieht ihn die Katze erst bei 20 Fuß Entfernung scharf.

Welche Farben kann die Katze sehen?
Katzenwelpen kommen mit blauen Augen zur Welt, die erst mit zunehmendem Alter grün oder bräunlich, können jedoch auch gelb, orange oder kupferfarben leuchten. Lange wurde davon ausgegangen, dass unsere Vierbeiner keine Farben erkennen können. Inzwischen glaubt man, dass sie die Farben außer die Kombination Rot mit Gelb und alle noch so feinen Grauton-Abstufungen unterscheiden können. Für die Wahrnehmung von Farben sind Photorezeptoren auf der Netzhaut erforderlich, die Stäbchen. Die Wahrnehmung der verschiedenen Farbnuancen hängt allerdings von den jeweils vorhandenen Stäbchen und ihrer unterschiedlichen Reaktion auf Lichtwellen ab. Bei den meisten Nachttieren, den Monochromaten, wie der Ratte, gibt es nur eine einzige Art von Stäbchen. Sie unterscheiden die Objekte nur durch ihre Lichtintensität. Die Katze gehört zu den Dichromaten, besitzt also zwei Arten von Stäbchen. Deshalb ist anzunehmen, dass sie zwei Farben und die sich daraus ergebenden Nuancen von Rot bis Grün wahrnimmt. Der Mensch ist Trichromat: er verfügt über drei Gruppen von Stäbchen; durch deren Stimulierung untereinander kann er Farbnuancen in allen sichtbaren Spektren wahrnehmen.

Verteilung der S-Zapfen und M-Zapfen
Es gibt 3 Arten von Zapfen beim Menschen:
S = short waved light (kurzwelliges Licht): blau
M = medium to long waved light (mittelwelliges Licht): gelb
L = long waved light (langwelliges Licht): rot

Es wird allgemein angenommen, dass die Katze nur S-Zapfen und M-Zapfen besitzt (genau so wie der Hund). 83%-88% der Zapfen bei der Katze sind M-Zapfen, also Zapfen, die für Gelb empfindlich sind.
Die Katze ist also nicht farbenblind, doch sieht sie die Welt ähnlich wie Menschen, die rot-grün farbenblind sind, sie kann also Rot nicht erkennen. Für sie besteht die Welt aus diffusen Pastelltönen. Da die Katze ein Nachttier ist, benötigt sie keine scharfe Unterscheidung von Farben. Entfernt man Rot aus dem Spektrum, würde die Katze so sehen.

Nächtliches Sehvermögen
Da Katzen am Abend oder in der Nacht jagen, müssen die Augen in der Lage sein auch bei Dämmerung, also bei sehr geringer Lichtintensität sehr gut zu sehen.
. Ihr nächtliches Sehvermögen ist wesentlich höher als das des Menschen. Die Katze besitzt zweihundert Millionen Stäbchen gegenüber einhundertzwanzig Millionen beim Menschen. Das Katzenauge besitzt wie das Hundeauge einen besonderen Lichtverstärkenden Mechanismus am Augenhintergrund. Es handelt sich um eine Reflektionsschicht (tapetum lucidum) (auch Teppich genannt), die hinter der Netzhaut liegt und sich aus bis zu 15 Lagen schimmernder Zellen zusammensetzt, die wie ein Spiegel wirken, so dass Katzenaugen, die in Dunkelheit von Licht getroffen werden, wie ein Reflektorspiegel leuchten. Dieser Teppich ist zum Beispiel dann sehr gut zu erkennen, wenn man eine Katze im Scheinwerferlicht eines Autos kreuzt. Ein hübscher Nebeneffekt ist, beim Fotografieren mit einem Blitz wird es nie rote Augen geben. Schließlich fällt das Licht auf die Netzhaut, die über den Sehnerv Impulse an das Sehzentrum im Gehirn sendet. Der Lichteinfall wird mit Hilfe der elliptoiden Schlitzpupillen reguliert. Es gibt Farben bei Katzen, bei denen das Tapetum degeneriert ist oder sogar fehlt, wie bei weißen Katzen (hauptsächlich mit blauen Augen oder odd-eyed), aber auch bei Katzen mit extrem hohem Weißanteil (wie Van-Katzen), und auch bei Albino-Varianten, die ein Siammuster haben.

Die Netzhaut der Katze hat zwei Arten von Rezeptoren: Zapfen für eine gute Bildauflösung und farbiges Sehen und viele mehr Stäbchen, für gute Nachtsicht und für die Erkennung der Grautöne. Als dämmerungsaktives Tier ist es lebenswichtig, sich in einer Grau in Grau getönten Umgebung einwandfrei zurechtzufinden. In absoluter Finsternis kann selbst ein Katzenauge nicht mehr sehen als wir.

Pupillenöffnung ja nach Lichteinfall
Die Pupille zieht sich bei großer Helligkeit zu einem senkrechten millimeterdünnen Strich zusammen und schützen so die Netzhaut vor übermäßigem Lichteinfall. In der Dämmerung weitet sich die Pupille zu einem großen runden Kreis.

1. Intensives Licht


2. Mäßiges Licht


3. Dämmerlicht

Katzen werden blind geboren

Die Pupille ist von der aus dem Embriostadium stammenden Pupillarmembran = Tunica vasculosa lentis überzogen, ein trübes Häutchen, die einige Tage nach der Geburt verschwindet. Die Augen sind verschlossen und öffnen sich zwischen 9-12 Tagen. Katzen, die mit offenen Augen geboren werden, sterben oft in den ersten Tagen und haben geringe Überlebenschancen. Wenn sich die Augen nicht nach dem 12. Tag öffnen, besteht die Gefahr einer schweren Augenentzündung mit Eiterabsonderung. Sie können die Augen mit Kamillentee ‘auf’-baden, diese Prozedur müssen sie jedoch 1-2 Tage hindurch mehrmals wiederholen, da die Augen die Tendenz haben, wieder zuzukleben.

Persistierende hyperplastische Tunica vasculosa lentis oder persistierende Pupillarmembran (PPM) oder Membrana pupillaris persistens (MPP)
In der Pupillarmembran sind oft Gefäßreste aus der Embryonalentwicklung rund um die Linse herum enthalten. Sie gehen von der Regenbogenhaut aus und ziehen zu anderen Bereichen der Regenbogenhaut und überspannen so die Pupille (das Sehloch). Oder sie ziehen zur Hornhaut oder zur Linse und führen dort zu Trübungen. Manchmal können die Gefäßstränge so fein, dass man sie nur mit einem Vergrößerungsglas sehen kann. Normalerweise bilden sich diese embryonalen Gefäße in den ersten Lebenswochen zurück. Bei erkrankten Katzen bleiben sie jedoch bestehen. Diese Gefäßreste gehen oft mit Trübungen der Linse oder Erkrankungen des Glaskörpers und der Netzhaut einher. Je nach Ausprägung wird die Erkrankung in Grad 1-6 eingeteilt, wobei ab Grad 2-6 eine Zucht unterbleiben sollte. Eine Therapie gibt es nicht, und nur in wenigen Fällen kann eine Operation der Linsentrübung sinnvoll sein.

Das Gehör der Katze (Auditive Wahrnehmung)

Die Katze besitzt ein sehr gut entwickeltes Gehör, und kann einerseits eine sehr breite und andererseits eine an Intensität sehr schwache Tonskala wahrnehmen. Die Breite der von ihr wahrgenommen Vibrationsskala ist ungefähr drei Mal breiter als die des Menschen, denn sie hört tiefere und vor allem höhere Töne: Eine Katze kann Schwingungen bis 60 kHz wahrnehmen, welche bereits im Ultraschallbereich liegen. So genügt der Katze Mäusepfeifen, um eine Maus im Nest genau zu orten. Es genügt sehr geringe Intensität (um die 5 dB), die Wahrnehmung wächst je nach Intensität. Auf diese Weise ist die Katze in der Lage, schwache und von der Intensität unabhängige Höhenvariationen der Töne zu unterscheiden. Erscheinungen wie Ermüdung, Anpassung und Fortdauer sind beim Gehör sehr viel weniger ausgeprägt. Die Ortung der Geräuschquelle wird durch die Fähigkeit ermöglicht, die Ohrmuscheln in verschiedene und vor allem voneinander unabhängige Richtungen zu drehen. Schallwellen werden von der trichterähnlichen Ohrmuschel aufgenommen und an das Trommelfell weitergeleitet. Durch die Schwingungen dieser Membran wird eine Reihe kleinster Knöchelchen im Mittelohr bewegt und die Schallwellen so an den Innenohreingang (ovales Fenster) übertragen. Dahinter erreichen die Schallwellen die Schnecke (cochlea), ein System gewundener Flüssigkeitsgefüllter Kammern. Hier befindet sich das empfindliche Cortische Organ, das die Schallwellen in elektrische Impulse übersetzt und sie über den Hörnerv an das Gehirn leitet.

1 äußerer Gehörgang
2 Hammer, Amboss, Steigbügel
3 Trommelfell
4 Mittelohr
5 Eustasische Röhre
6 Hörnerv
7 Schnecke
8 Schneckengang
9 ovales Fenster


Geruchswahrnehmung (Olfaktorische Wahrnehmung)

Die beiden Sinne, Geruchssinn und Geschmackssinn werden bei Katen als untrennbar betrachtet. Der weniger ausgebildete Geschmackssinn ergänzt den Geruchssinn. Die Geruchswahrnehmung erreicht bei der Katze nicht die gleiche Intensität wie beim Hund. In ihrer Eigenschaft als Raubtier nimmt diese die dritte Stelle nach dem Seh- und Gehörsinn ein. Der Geruchssinn nimmt in den sozialen Beziehungen des Tieres einen großen Platz ein und greift bei der Nahrungsmittelaufnahme ein. Jegliche Störung der Geruchswahrnehmung führt zu einer Nahrungsverweigerung.

Die Nase
Obwohl Katzen eine gute Nase, mit etwa 200 Millionen Riechzellen, haben und altes abgestandenes Futter nicht anrühren, benötigen sie die Nase in erster Linie im Sozialverhalten untereinander. Deshalb erfolgt auch der erste Kontakt zweier Katzen stets von Nase zu Nase. Ihr Revier markiert eine Samtpfote mit Duftdrüsen, die an beiden Seiten des Kopfes, am Kinn, an den Lippen und am Schwanz sich befinden. In der Katzennase befinden sich Schleimhäute mit etwa 19 Mio. Nervenenden (Menschen 5 Millionen), die den Geruch sofort an das Gehirn weitergeben. So reagieren sie besonders empfindlich gegen Geruchsstoffe, die Stickstoffbestandteile enthalten.

1 Hypothalamus
2 Nasenhöhle
3 Maul
4 Zunge
5 Kanal
6 Gehirn
7 Riechkolben
8 Nasenschleimhaut
9 Jakobsonsche Organ



Der Geschmack (Gustatorische Wahrnehmung)

Der Geschmack ist bei der Katze, die über vierhundert Geschmacksknospen besitzt, sehr gut entwickelt. Sie und darüber ist man sich einig spürt die vier Grundreize auf: sauer, bitter, süß und salzig. Sauer und Bitter werden sehr gut wahrgenommen, weit besser als beim Hund, weshalb das Tier einem möglichen Giftstoff gegenüber sehr zurückhaltend ist. Das Salz kann mit der gesamten Oberfläche der Zunge wahrgenommen werden, wogegen Zucker nur in sehr hoher Konzentration erkannt wird. Diese Schwellen sind für Fleischfresser völlig normal, da sie darüber hinaus besondere Sensoren für einige für sie besonders wichtige Fleischbestandteile haben könnten (z.B. Taurin).

Die Zunge

Die lange und sehr bewegliche Zunge der Katze hat vielfältige Aufgaben, da sie neben den Geschmacksknospen auch Widerhäkchen (2), so genannte Papillen, besitzt. Die fühlen sich nicht nur wie eine Raspel an, was jeder Katzenfreund bestätigen wird, wenn wir von der Zunge abgeschleckt werden. Sondern sie dienen auch zum Einen dazu, um noch die kleinsten Fleischbrocken abzuhobeln, zum Anderen helfen sie bei der intensiven Fellpflege.
Eine Katze löffelt nicht wie ein Hund, um zu Trinken, sondern durch schnelles Eintauchen in die Flüssigkeit und zurückziehen schlabbert sie mit der Zunge, da die Flüssigkeitstropfen an den Widerhäkchen hängen bleiben. Die Geschmacksknospen (1+3) sitzen an der Zungenspitze, den Seiten und der Zungenwurzel. Diese geben durch die Rezeptoren die Geschmacksrichtung an das Gehirn weiter. Mithilfe der Rezeptoren erkennt sie als Fleischfresser sofort wichtigen die Aminosäuren, die ein Bestandteil der Proteine sind, süßes hingegen, da nur wenige Rezeptoren dafür vorhanden sind, kann sie kaum geschmacklich zuordnen. Selbst auf Wasser reagiert dieser ausgeprägte Geschmackssinn. So sind unsere Katzen, diese Erfahrung haben wir alle schon oft gemacht, viel wählerischer in der Futterauswahl und selbst ein mit falsch gereinigter Napf läßt unsere Samtpfote vor Ekel ertarren. Das Aussehen des Futters ist nebensächlich, nur der Geruch und Geschmack sind von Bedeutung. Durch ein am Gaumendach hinter den Vorderzähnen sitzendes Organ, das Jacobsonsches Organ, wird der Geruchssinn unterstützt. Dieses mit zurückgezogender Oberlippe und geöffnetem Maul genannte Flehmen, haben sie bestimmt schon beobachtet.

Der Tastsinn (Tastsinn)

Die Haut ist ein leistungsfähiger Detektor, der auf sehr schwache Druck- oder Temperaturunterschiede reagiert. Nicht an allen Stellen ist die gleiche Rezeptorenintensität anzutreffen. Die am meisten innervierten Zonen sind das Gesicht und die Extremitäten (Pfoten und Ballen) und der Anal- und Genitalbereich. Am Maul besitzt die Katze Sinneshaare, das sind große innervierte Haare mit einer ausgeprägten Tastfunktion. Bei einer gesteigerten Stimulierung verwandelt sich die wahrgenommene Empfindung in einen Schmerz. Im Übrigen haben Physiologen das Vorhandensein von Rezeptoren bewiesen, die nur dann aktiv werden, wenn die Stimulierung ausreichend groß ist, um eine Hautverletzung hervorzurufen. Das bedeutet, dass der Schmerz in gewisser Weise wie ein Sinn an sich betrachtet werden kann. Die Tast- und Wärmeempfindlichkeit spielt eine Alarm- und Vorbeugerolle, sobald der Stimulus gefährlich wird, und durch die spezifische Sensibilität wird eine bereits beeinträchtigte Zone der Gefahr erst nicht ausgesetzt.

Gleichgewicht

Die Katze ist für ihr ausgezeichnetes Gleichgewicht bekannt, mit dem sie sich mit Leichtigkeit auf sehr schmalen Mauern oder Einfriedungen bewegen und sich während eines Falls drehen kann, um auf ihren vier Füßen zu landen. Diese Spitzenleistung erreicht sie durch eine unbewusste und nahezu permanente Feinerfassung der Kopfposition im Raum und den Spannungszustand der Muskeln und der Sehnen. Jede Bewegung wird durch hinter dem Innenohr gelegene, sehr sensible Sensoren dreidimensional wahrgenommen. Ebenso vergleichen Muskelrezeptoren, die Muskelspindeln, und die Sehnenrezeptoren ständig die Spannung, die in jeder Muskelgruppe herrscht, um das Ganze mit Hilfe verschiedener im Gehirn (hauptsächlich in der Stirngegend) und im Kleinhirn gelegener Strukturen sehr genau zu analysieren und reflexartig zu einer unmittelbaren Korrektur der Bewegung zu führen, die während der Fortbewegung das Gleichgewicht sichert. Dieses System ist bis auf tiefe Schlafphasen fast immer aktiv.




Bewegungsapparat der Katzen

Posted by on September 28, 2010  |  No Comments

Der Bewegungsapparat und Fortbewegung der Katzen

Der Bewegungsapparat der Katze umfasst das gesamte Skelett, die Gelenke, die Muskeln und die Sehnen, die für die Bewegung der Knochenteile untereinander verantwortlich sind.
Die Katze ist mehr noch als der Hund ein Fleischfresser. Um ihre Beute zu jagen mobilisiert sie mit all ihrer Kraft, Geschwindigkeit und Präzision ihre 279 Knochen und ihre 30 Zähne. Es hat sich bei ihr eine äußerst starke Muskulatur entwickelt, die sich auf ein für Sprung-, Kletter- und Kampfbewegungen gut angepasstes Skelett stützen kann. Im Vergleich zu ihrem Gewicht entwickelt sie in sehr kurzer Zeit eine beträchtliche Kraft. Allerdings hält sie diese Anstrengung nicht lange durch, denn wie alle Feliden fehlt es ihr an Ausdauer! Mit einem Sprung erklimmt sie im Vergleich zu ihrer Größe beeindruckende Höhen; sie bedient sich aber auch ihrer Krallen, um auf einen Baum hinaufzuklettern. Der umgekehrte Weg bereitet ihr manchmal unüberwindliche Schwierigkeiten, denn hat sie erst einmal die Angst gepackt, ist sie außer Stande hinunterzuklettern.
Die Vorderpfote der Katze hat fünf Finger, die Hinterpfote vier Zehen. Geschmeidig und dehnbar erlauben sie ihr die völlig lautlose Fortbewegung: Die Sohlenballen spielen die Rolle von Schalldämpfern und die Krallen können eingezogen werden. Das kann bei einem Wettlauf auf einem glatten Untergrund störend sein (die Krallen eines Hundes zum Beispiel dienen ihm als Greifer), vermeidet aber auf der anderen Seite jegliches Geräusch. Geschützt durch ihre Hauttasche, nutzen sich die Krallen nicht ständig ab und bleiben gekrümmt und sehr spitz zulaufend: gefährliche Waffen. Deshalb sollte auch einer ständig im Hause lebenden Katze die Möglichkeit gegeben werden, an einem entsprechenden Material ihre Krallen einzusetzen und aneinander anzugleichen.

Das Skelett und Knochen der Katze

Das tragfähige Skelettsystem gibt dem Katzenkörper seine Stabilität und schütz gleichzeitig die die im Brustkorb gelegenen Organe und das Zentralnervensystem.
Durch gelenkige Verbindungen der einzelnen Knochen untereinander ist überhaupt erst eine Fortbewegung möglich. Bei den Gelenken kann man einen Beugewinkel und einen Streckwinkel unterscheiden. Wird das Gelenk gebeugt, so werden die freien Enden der Knochen des Gelenkes einander genähert, wird es gestreckt, entfernen sich die Knochenenden voneinander. Zur Ausführung der Vielzahl der Bewegungsabläufe sind die einzelnen Gelenke sehr unterschiedlich gebaut und haben verschiedene Bewegungsradien.

Das Skelett der Katze zählt zwischen 279 und 282 Knochen. Die Knochen sind im Allgemeinen länglich, dünn und schmal, aber sehr widerstandsfähig. Das Skelett ist das Gerüst, um das die anderen Gewebe herum organisiert sind. Hauptsächlich aus Hydroxyapatitkristallen bestehend, auf der Basis von Kalzium und Phosphat (99 % des körpereigenen Kalziums ist hier abgelagert), ist der Knochen keine starre Struktur, sondern ein lebendes Gewebe, das sich an seiner Oberfläche, Periost genannt, ständig erneuert und in seinem inneren Teil, dem Knochenmark, Blutzellen bildet.

1. Unterkiefer
2. Oberkieferbein
3. Schädeldach
4. Halswirbel
5. Brustwirbel
6. Rippe
7. Lendenwirbel
8. Hüftbein
9. Kreuzbein
10. Schwanzwirbel
11. Sitzbein
12. Oberschenkelknochen
13. Kniescheibe
14. Wadenbein
15. Schienbein
16. Hinterfußwurzelknochen
17. Hinterfußmittelknochen
18. Phalangen
19. Fingerknochen
20. Handwurzelknochen
21. Speiche
22. Elle
23. Brustbein
24. Oberarmbein
25. Schulterblatt

Das Rückgrad

Das Rückgrat der Katze besteht aus unterschiedlichen Wirbeln: 7 Halswirbel, 13 Brustwirbel, 7 Lendenwirbel, die von vorne nach hinten an Breite zunehmen, 3 Kreuzbeinwirbel und 20-23 Schwanzwirbel. Da die Rückenwirbel sehr elastisch miteinander verbunden (im Gegensatz z.B. beim Menschen) sind, dadurch ist das Rückgrat sehr beweglich. Nur die Kreuzbeinwirbel sind starr verbunden und damit keine Bewegung zulassen. Das Schlüsselbein ist verkümmert und in der Muskulatur eingebettet, so dass das Schultergelenk trotzdem einen festen Halt hat. Die Halswirbel sind besonders gut drehbar und da zusätzlich zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel ein Gelenk ist, kann eine Katze ihren Kopf nach allen Seiten, auch rückwärts gut drehen. Die hohen Dornfortsätze der Halswirbel garantieren die gute Befestigung für eine kräftige Muskulatur. Eine Voraussetzung für die Sprungkraft, das gute Klettervermögen und auch das die Katze beim Fallen auf die Füße landet, ist die Drehfähigkeit der Lendenwirbel. Die Beweglichkeit der Schwanzwirbel zeigt nicht nur die aktuelle Stimmung Ihres Vierbeiners, sondern hilft auch balancierend beim Sprung, Laufen und Fallen.

Brustkorb

Der Brustkorb (Thorax) einer Katze setzt aus Brustwirbel, an denen die Rippen (13 Stück) befestigt sind und dem Brustbein (Sternum) zusammen. Das Brustbein besteht aus mehreren kleinen Knochen, die durch Knorpel verbunden sind. Mit zunehmendem Alter verhärten diese Knorpelstückchen allerdings und bilden damit eine Einheit. Die Schulterblätter der Katze sind dünne, flache Knochen und an den vorderen, schmalen Teilen befinden sich die Pfannen der Schultergelenke. Die Schulterblätter liegen lose seitlich am oberen Teil des Brustkorbs an und werden lediglich durch Muskeln und Bänder gehalten. Dadurch kann sich eine Katze nicht nur durch engste Ritzen zwängen, sondern auch mühelos auf einem schmalen Sims laufen. Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass Kopf und Wirbelsäule unbeweglich bleiben, aber Schulterblätter und Beine fast den Boden berühren, um fast den Erdboden berührend, sich an eine Beute anschleichen zu können. Auch beim Laufen bewegen sich die Schulterblätter gleichzeitig mit den Oberarmbeinen.

Das Becken

Das Becken der Katzen ist äußerst schlank ausgebildet und besteht aus den beiden Hüftbeinen. Die beiden Hüftbeine bilden zusammen mit dem Darmbein, Scharmbein und Sitzbein den Beckengürtel. Die Kreuzbeinwirbel und der erste Schwanzwirbel begrenzen die Beckenhöhle. Die feste Verbindung des Beckens mit den Kreuzbeinwirbeln ist ideal zum Schleichen, bei Stürzen und um bei Sprüngen abzufedern. In der halbkugelförmigen Beckenpfanne liegen die Oberschenkel. Die gesamte Anordnung der Beckengliedmaße trägt und unterstützt den Katzenkörper beim Laufen und Springen und liefert mit den freien Gliedmaßen, die nötige Kraftübertragung.

Vorderlauf

Der halbkugelförmige Gelenkkopf des Oberarmbeins lagert in der Gelenkpfanne des Schulterblattes und ist zum restlichen Knochen leicht verdreht ist. Es bildet die knöcherne Grundlage des Oberarms. Das Oberarmbein ist ein Röhrchenknochen, dessen Gelenkende mit glasartigem Knorpel überzogen ist. Der Oberarmknochen endet mit einem rollenförmigen Gelenk, das in der Einbuchtung der Elle eingebettet ist und auf der Gelenkfläche der Speiche aufliegt. Diese Gelenkform nennt man Ellenbogen. Speiche und Elle, auch Unterarmbein genannt, sind etwa gleich stark, sind nur durch einen kleinen Zwischenraum getrennt und enden rollenförmig. Es folgen mehrere Karpalknochen, die nebeneinander zweireihig angeordnet sind, unter anderem das seitlich herausragende Erbsenbein. Dann die unterschiedlich langen Voderfußknochen (vergleichen Sie Ihre Handfläche) und Zehenknochen mit den Krallenbeinen. Der gesamte Aufbau des Vorderlaufes in Verbindung mit dem Schultergelenk hilft der Katze, Stöße zu dämpfen und abzufangen.

Hinterlauf

Der Oberschenkel, der einen abgewickelten Gelenkkopf hat, sitzt in der Beckenpfanne. Damit der Unterschenkel im Oberschenkel gleiten kann, ist er am Ende mit einem Rollkamm und einer Rollfuge ausgebildet. Der Unterschenkel hingegen ist durch ein Kniegelenk und einer tropfenförmigen Kniescheibe mit dem parallel verlaufenden Schienbein und Wadenbein (Unterschenkel) verbunden. Das Schienbein ist am oberen Ende verdickt, so dass das Wadenbein anliegen kann und zusätzlich ist eine Auskehlung vorhanden, damit die Kniescheibe geführt wird. Der Hinterfuß unserer Katze besteht aus dem Tarsalknochen, dem Sprungbein und dem Fersenbein. Der Tarsalknochen setzt sich aus drei Reihen zusammen. Wie eine Gelenkrolle funktioniert das Sprungbein. Das Fersenbein ragt aus dem Hinterlauf deutlich heraus und bildet damit die Vorstufe zur Ferse.

Krallen und Pfoten

Krallen und Pfoten sind für Katzen ausgesprochen wichtig. Bei den diversen Sprüngen, z.B. von Ast zu Ast, von Sims zu Sims, aufs Sofa oder beim Beutesprung, dienen die Pfoten als Stossdämpfer und Bremshilfe. Die Sohlenballen, mit kräftiger Hornhaut überzogen und gepolstert, verleihen der Katze außerdem den leisen Gang. Beim Klettern auf Bäume benutzt die Katze ihre Krallen als Steigeisen. Beim Gehen jedoch zieht sie sie ein, damit sie nicht abgewetzt werden. Damit die Krallen scharf bleiben, schärft die Katze sie regelmäßig an Bäumen oder ihrem Katzenbaum bzw. Kratzbrett.
Die Pfote besteht aus dem Karpalballen, dem Ballen der Daumenkralle sowie der herzförmigen Sohlen- und den vier Zehenballen. Die Pigmentierung der Ballen kann unterschiedlich ausfallen. Das sogenannte Karpalorgan ist ein Tastkörperchen, das beim Klettern bedeutsam ist. Wie in den Zehen- und Sohlenballen befinden sich auch in der Haut der Karpalballen zahlreiche Schweißdrüsen (deren Sekret unter anderem als Duftsignal dient), außerdem Druckrezeptoren, die Pacinikörperchen. Doch die Karpalballen, die ja nur an den Vorderläufen vorkommen, zeigen auch eine Besonderheit: Rund drei Zentimeter über ihnen nämlich entspringen drei bis sechs meist pigmentlose extrem berührungsempfindliche so genannte Sinushaare. Sie sind den Schnurrhaaren (Vibrissen) der Katze vergleichbar und fungieren als zusätzliche Schwingungsrezeptoren. Man nennt sie deshalb auch Karpalvibrissen. Neben den Haarbälgen dieser ziemlich steifen Haare befinden sich zudem einige Duftdrüsen, deren Sekret insbesondere beim Klettern auf dem Untergrund verteilt wird. Karpalvibrissen und Haarbälgen bilden zusammen das Karpalorgan, ein Organ, das vornehmlich beim Klettern seine Wirkung entfaltet.
Dem Skelett folgend bauen nach den Beinen sich die Füße wie folgt auf: Eine Katze besitzt 7 Vorderfußwurzelknochen, die das sehr bewegliche und drehbare Fußgelenk bilden.

Dorsalsicht der Hand
13. Mittelfußknochen 3
14. Mittelfußknochen 2
15. Mittelfußknochen 1
16. Mittelfußknochen 4
17. Mittelfußknochen 5
25. Nagelleiste
26. Fingerspitze

Direkt an den Fußwurzelknochen sitzen 5 Mittelhandknochen oder Vordermittelfußknochen, an die sich 5 Zehenknochen der Vorderhand oder des Vorderpfoten anschließen. Ihre Pfoten setzen Katzen nicht nur zum Klettern ein, sondern auch wirksam zum Greifen, Zuschlagen und zur Körperpflege. Vielleicht haben Sie schon einmal beobachtet, dass Ihr Liebling diese wie ein Löffel zum Trinken oder Fressen benutzt. Wenn sich Katzen vorwärts bewegen, treten sie nicht mit der ganzen Pfote auf, sondern nur mit den Zehenspitzen und gehören damit zu der Gruppe der Zehengänger. Den typischen geschmeidigen Gang nennt man auch Schleichgang. Das Fell geht bis zu den Ballen, je nach Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt. Die spitzen und sichelförmigen Krallen liegen in Krallenscheiden verborgen und schnellen nur bei Bedarf hervor. Sie sind eine Kletterhilfe und eine wirksame Waffe zur Verteidigung und der Jagd. Unsere Samtpfote läuft, sprintet und landet nur auf den Zehenspitzen, im Gegensatz zu anderen Lauftieren. So kann hier nicht das gesamte Gewicht auf vielen Knochen sich verteilen. Damit sie einer solchen Belastung standhalten können, halten Gewebebänder die Knochen fest zusammen und lassen nur eine geringe Seitenbeweglichkeit in den Fußgelenken zu. Nur mit den Vorderpfoten, an denen sich Duftdrüsen zum Markieren des Reviers befinden, schärft und wetzt sie die Krallen. Wir finden dann die alten und ausgedienten Krallenhüllen. Um die hinteren Krallen auf Vordermann zu bringen, setzt sie ihre Zähne ein. Die Krallen sind nicht nur zum Jagen oder bei einer Verfolgungsjagd, sondern auch für das Sozialverhalten untereinander wichtig. Die Vorderpfoten haben 5 Zehen, vier an der Pfote und der kürzere Daumen ist weiter oberhalb angeordnet.
An den hinteren Pfoten sind 4 große Zehen, die fünfte ist verkümmert.

Fingerstruktur bei der Katze: Mittleres Fingerglied
B: Äußerstes Fingerglied
C: Kralle
D: Hautfalte der Kralle
E: Fingerhöcker(Ballen)
F: Gelenkhöhle
1. Gelenkflächen der Fingerglieder
2. Fingerband 2-3
3. Strecksehne des Fingers
4. Beugesehne des Fingers
5. Elastisches Erschlaffungsband
6. Fettzellen der Ballen
7. Hautschicht

Der Aufbau der Gliedmaßen der Menschen ähnelt denen der Katze, nur sind die Längenverhältnisse umgekehrt. So sind die Oberarmbeine und Oberschenkel kürzer, dafür werden die Beine über Mittelfußknochen, Fußknochen bis zu den Zehen immer länger. So erreicht unser Vierbeiner die hohen Geschwindigkeiten. Damit sie den großen Beanspruchung standhalten können werden die Knochen von Gewebebänder fest zusammenhalten. Gleichzeitig ergibt sich daraus eine nur geringe Seitenbeweglichkeit in den Fußgelenken.
Je nach Rasse ist die Farbe und Größe der Fußballen unterschiedlich, aber sie dienen als Stoßdämpfer bei Sprüngen, als Bremse, um schnell die Laufrichtung zu ändern und schützen vor Verletzungen, wenn die Katze durch dorniges oder steiniges Unterholz streift. Auch sorgen die Ballen mit der dicken Haut dafür, dass die Fußwurzelknochen nicht verletzt werden. Die Vorderpfoten haben fünf und die Hinterpfoten vier Fußballen. Ungeklärt ist die Funktion des einzelnen Fußballens, der nur an den Vorderpfoten oberhalb der übrigen Fußballen sitzt und den Boden nicht berührt. Für die normale Fortbewegung ist dieser Extraballen eigentlich ohne Bedeutung.

Die Muskeln der Katze

Die Bewegung der Gelenke erfolgt durch die Einwirkung der Muskeln. Jeder Muskel besitzt einen Ursprungsbereich, der oberhalb des Gelenkes liegt und einen Ansatz unterhalb des Gelenkes. Wird jetzt der Muskel durch Einen Nervenreiz veranlasst, sich zusammenzuziehen, so verkürzt er sich. Da zwischen Ursprung und Ansatz das Gelenk liegt, können die Knochen bei der Verkürzung des Muskels bewegt werden. Als wesentliche Wirkungsgruppe unterscheidet man zwischen den Muskeln nach ihrer Funktion: Beuger, Strecker und Dreher. Die Wirkungsweise eines Muskels hängt immer von der Lage seines Ursprungs und Ansatzes ab.
Die Muskeln sind in der Lage sich zusammen zu ziehen, d.h. sie verkürzen sich kurzfristig unter stimulierenden Einflüssen. So bewegen sie die anatomische Struktur des Skeletts, an dem sie angesetz sind. Das Muskelfleisch ist dunkelrot und besitzt einen sehr charakteristischen Geruch. Die Sehnen sind im Allgemeinen fein, zart, glänzend aber widerstandsfähig. Die Kopfmuskeln zeichnen sich durch ihre starke Entwicklung, ihre Komplexität, die Verflechtung der Hautmuskeln und die Stärke der Kaumuskeln aus. Der Nackenbereich umfasst 4 übereinandergeschichtete dicke Muskelmassen. Die Bauchmuskeln sind sehr gut entwickelt und verleihen der Bauchdecke ihre fleischige Konsistenz und ihre Dicke. Starke Muskelbildung ebenfalls im Bereich des Hinterteils und des Schenkels. Die Muskeln der Gliedmaßen haben ihr besonderes Merkmal durch die Anzahl der Zehen an Hand und Fuß. Die hintere Gliedmaße, die kräftiger ist als die vordere Gliedmaße, ist jederzeit zum Absprung und zum Abstoßen bereit. Bei der Katze ist der Lauf eine Serie von langen und rasanten Sprüngen. Im Grunde ist sie ein Sprinter und kein Langstreckenläufer. Durch ihre Muskulatur und ihre Krallen kann sie mit Leichtigkeit klettern und sich emporziehen, kann sehr hoch springen und bei ausreichender Höhe auf ihre vier Pfoten fallen.

Es werden drei Muskelzelltypen unterschieden:
* quergestreifte Skelettmuskelzellen (Muskeln, zu bewusster Kontraktion fähig);
* quergestreifte Herzmuskelzellen (rhythmische autonome Kontraktion ohne Stimulierung durch das Nervensystem);
* glatte Muskelzellen der Eingeweide, daher erfolgen Kontraktionen unter der Kontrolle des vegetativen
Nervensystems (Sympathicus und Parasympaticus).

1. Oberlippenheber & Erweiterer des Nasenloches
2. Jochmuskel
3. Rückzieher des äußeren Augenwinkels
4. Heber des inneren Augenwinkels
5. Äußerer Kaumuskel
6. Lange Auswärtszieher des Ohres
7. Brustbein-Kopf-Muskel
8. Schulter-Hals-Muskel
9. Schlüsselbeinstreifen
10. Schlüsselbein-Oberarmmuskel
11. Schulter-Hals-Muskel
12. Trapezmuskel
13. Deltamuskel
14. Unterer Grätenmuskel
15. Dreiköpfiger Muskel
16. Breiter Rückenmuskel
17. Unterer gezahnter Muskel
18. Äußerer schiefer Bauchmuskel
19. Innerer schiefer Bauchmuskel
20. Oberarmmuskel
21. Tiefer Brustmuskel
22. Oberarm-Speichenmuskel
23. Äußerer Speichenmuskel
24. Gemeinsamer Zehenstrecker
25. Äußerer Ellenbogenmuskel
26. Tiefer Zehenbeugenmuskel
27. Äußerer Zehenstrecker
28. Runder Einwärtsdreher
29. Innerer Speichenmuskel
30. Oberflächlicher Zehenbeuger
31. Schneidermuskel
32. Spanner der Schenkelfaszie
33. Mittlerer Kruppenmuskel
34. Oberflächlicher Kruppenmuskel
35. Schwanz-Oberschenkelmuskel
36. Zweiköpfiger Oberschenkel-Muskel
37. Halbsehniger Muskel
38. Halbhäutiger Muskel
39. Wadenmuskel
40. Langer Wadenbeinmuskel
41. Langer Zehenstrecker
42. Vorderer Schienbeinmuskel
43. Tiefer Zehenbeuger




Anatomie & Physiologie

Posted by on September 28, 2010  |  No Comments

Katzen sind an ihre Rolle als Raubtiere perfekt angepasst. All ihre Besonderheiten gehen auf ein Anpassungsverhalten zurück, das ihnen ermöglicht, unter verschiedensten Umweltbedingungen zu überleben, ihre Beute mit größter Wirksamkeit zu treiben und zu jagen und sich in der restliche Zeit zu eholen. Diese Anpassung betrifft im Wesentlichen die Beziehungsfunktionen, also die Bewegungs- und Sinnes-funktionen, mit Hilfe derer sie mit ihrer Umgebung interagieren kann. Katzen können meisterhaft schleichen, springen und klettern. Dabei wirken sie geschmeidig und elastisch. All dies wird ihnen durch das harmonische Zusammenspiel von Skelett, Sehnen und Muskeln ermöglicht. Die Katzenpfoten entsprechen auch den kätzischen Erfordernissen. Die Tiere haben die Fähigkeit, sich sachte und leise fortzubewegen, aber auch kräftig zuzupacken und hohe Hindernisse zu erklimmen, wenn es notwendig ist. Ebenso ausgeprägt sind die Sinnesorgane der Katze. Sie kann ausgezeichnet hören und sehen. Ihre Augen passen sich den Lichtverhältnissen an und nehmen auch noch bei spärlichstem Licht Gegenstände wahr. Weniger stark ausgeprägt, gehören auch die vegetativen Funktionen (Kreislauf, Atmung, Verdauung und Ausscheidung) zur .




Katzenalter Rechner

Posted by on Mai 9, 2010  |  No Comments

Wie alt ist Ihre Katze in Menschenjahren – rechnen Sie es aus

Katzen haben eine lange Lebenserwartung. Laut berichten wurde eine Katze sogar 34 Jahre alt. Bei guter Pflege und medizinischer Versorgung ist heutzutage ein Alter von 20 Jahren gut zu erreichen. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 10-14 Jahren und hängt von den Lebensumständen, Freigang, der Ernährung und äußeren Einflüssen ab. Der folgende Rechner vergleicht das Alters einer Katze mit dem Alter eines Menschen:



Lebensabschnitte der Katze


Das neugeborene Kätzchen

Neugeborene Kätzchen kommen blind und taub zur Welt. Um die Atmung in Gang zu bringen muss die Mutter sie direkt nach der Geburt ablecken. Mehr als trinken und schlafen können die Kleinen jetzt noch nicht. Nach jeder Mahlzeit schleckt die Mutter auch die Bauchpartie des Kätzchens ab, so dass die Verdauung funktioniert. Ein frisch geborenes Kätzchen wiegt zwischen 70 und 100 g, doch nimmt es am Tag ca. 15 g zu. Etwa am 10. Tag öffnen sich die Augen und die Sinne erwachen. Das gemütliche Nest wird jedoch noch nicht verlassen.

Das erste Vierteljahr

Ab Mitte der 3. Woche beginnen die kleinen Kätzchen vorsichtig, das Nest zu verlassen. In den nun folgenden Wochen lernen sie die Katzentoilette kennen (Empfehlung: eine “Katzenkindertoilette” mit niedrigem Rand) und schauen das Scharren und Vergraben von ihrer Mutter ab. Jetzt spielen die kleinen Kätzchen auch miteinander und üben die Bewegungsabläufe wie Angriff, Abwehr, Flucht und Verfolgung. Außerdem lernen sie gewisse Rufe und auch Warnsignale, die sie in Deckung gehen lassen. Mit 5 Wochen sind alle Sinne voll entwickelt und ab der 6. Woche säubern und lecken die Kätzchen sich selbst. Nun erfolgt auch langsam die Entwöhnung von der Muttermilch, so dass sie in der 10. – 12. Woche von der Mutter getrennt und in ein neues Zuhause gegeben werden können. Sie brauchen dann eine spezielle Ernährung, die auf die Bedürfnisse junger Katzen abgestimmt ist.

Die ausgewachsene Katze

Ab dem 4. Monat bis zum 6. Monat verliert die Katze ihr Milchgebiss und erhält ihre endgültigen Zähne. Alle Fähigkeiten einer ausgewachsenen Katze sind nun voll entwickelt, wie z.B. das Anschleichen, Beutefangen und Verteidigen. Eine Kätzin wird zwischen dem 7. und 12. Monat das erste Mal rollig, ein Kater zwischen dem 9. und 12. Monat geschlechtsreif. Wenn ein Kater soweit ist, fängt er an, seine Umgebung zu markieren. Am besten sollte man seine Katze rechtzeitig vorher kastrieren lassen. Bei einem Kater handelt es sich hierbei um einen kleinen Eingriff, von dem er sich recht schnell, meist an einem Tag erholt. Eine Kätzin erholt sich innerhalb von 1-2 Tagen und braucht dabei Ruhe.

Die ältere Katze

Biologisch gesehen ist eine achtjährige Katze bereits ein Senior. Ihre Aktivitäten nehmen in den nächsten Jahren für den Menschen kaum wahrnehmbar ab. Aber es gibt eine ganze Reihe von Katzen, die 10 Jahre und älter sind, die ungestüm durch die Wohnung sausen und keine Spielmöglichkeit auslassen. Erste erkennbare Alterserscheinungen sind die längeren Ruhe- und Schlafperioden, zunehmende Steifheit in den Gliedern sowie manchmal auch das Nachlassen der Seh- und Hörkraft. Jetzt ist der Katzenfreund gefragt, seiner Katze das Leben bequemer zu machen. Zum Beispiel kann die Katze mit Hilfe eines Stuhls, der vor der Fensterbank steht, mit einem “Zwischenstop” ihren Lieblingsplatz leichter erreichen. Die ältere Katze ist außerdem besonders wärmebedürftig, der Katzenliebhaber sorgt deshalb am besten dafür, dass sie stets ein warmes Fleckchen findet. Bei älteren Katzen stellt sich der Stoffwechsel um, und sie brauchen deshalb eine spezielle Ernährung.




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