Karakal (Caracal caracal)
Posted by admin on April 24, 2010 | No Comments
Tags:Karakal
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 24, 2010 | No Comments
Tags:Karakal
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 24, 2010 | No Comments
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Langschwanzkatze | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Langschwanzkatze (Leopardus wiedii) |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus wiedii | ||||||||||||
| (Schinz, 1821) |
Die Langschwanzkatze (Leopardus wiedii), auch Peludo, Margay, Bergozelot oder Baumozelot genannt, ist eine auf dem amerikanischen Kontinent lebende Raubtierart innerhalb der Familie der Katzen (Felidae). Sie ist etwas größer als die Tigerkatze und etwas kleiner als das Ozelot, die beide eine ähnliche Fellfärbung aufweisen. Langschwanzkatzen wurden früher wegen ihres Pelzes gejagt, wobei jährlich tausende Tiere erlegt wurden. Diese Praxis ist aber stark zurückgegangen, seitdem die Art in vielen Ländern ihres Verbreitungsgebietes unter Schutz gestellt wurde.
Die IUCN führt die Langschwanzkatze auf der Vorwarnstufe (near threatened).
Inhaltsverzeichnis |
Langschwanzkatzen ähneln in ihrem Äußeren dem Ozelot, sind aber etwas kleiner und weisen den namensgebenden längeren Schwanz auf. Wie bei diesem ist das Fell gelbbraun mit dunklen, in Streifen angeordneten ringförmigen Flecken versehen. Der Kopf ist kurz und abgerundet, die dunklen Ohren tragen wie bei vielen anderen Katzenarte auch, jeweils einen weißen Fleck auf der Rückseite. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 46 bis 79 Zentimeter, der Schwanz wird zwischen 33 und 51 Zentimeter lang und ihr Gewicht variiert zwischen 2,6 und 4 Kilogramm. Es gibt keinen auffälligen Sexualdimorphismus.
Verbreitet ist die Langschwanzkatze in Mittel- und Südamerika östlich der Anden, ihr Verbreitungsgebiet reicht von nördlichen Mexiko bis Uruguay und Argentinien. Die Langschwanzkatze wird auch zur Fauna Nordamerikas gezählt, da ein Vertreter dieser Art 1852 am Rio Grande in Texas geschossen wurde.[1]
Der Lebensraum der Langsschwanzkatze sind hauptsächlich Wälder, vorwiegend tropische und subtropische Regenwälder. Gelegentlich wird sie jedoch auch auf Kaffee- oder Kakaoplantagen angetroffen. Insgesamt ist die Langschwanzkatze von allen Katzen der Neotropischen Region am stärksten an Waldhabitate angepasst. Zu den verschiedenen Wäldern, in denen die Tiere vorkommen, zählen feuchte Tieflandswälder, Sekundär- und Primärwälder, prämontane Feuchtwälder und Bergnebelwälder. Dabei sind die Tiere allerdings selten in Höhenlagen von über 1200 m zu finden. In Bolivien findet man die Langschwanzkatze auch im relativ trockenen Gran Chaco[2].
Die größte Bedrohung stellen heute die Waldrodungen dar, welche den Lebensraum der Tiere immer weiter einschränken. Als Art, die auf ein Leben im Wald spezialisiert ist, ist die Langschwanzkatze von diesen Vorgängen stärker betroffen als etwa der verwandte Ozelot. Sie gilt als scheu und selten. Trotz ihres großen Verbreitungsgebietes ist sie aber gefährdet, da sich ihre Habitate nur auf spezielle Areale beschränkt. Die IUCN schätzt, dass die Gesamtpopulation um 30 Prozent über die nächsten 18 Jahre abnehmen wird.
Langschwanzkatzen sind ausgezeichnete Kletterer, daher rührt auch der Name Baumozelot. Die gewandten Tiere scheinen einen großen Teil ihres Lebens in den Bäumen zu verbringen, obwohl sie bisweilen auch am Boden auf die Jagd gehen. Sie können die Hinterbeine so weit einwärts drehen, dass es ihnen möglich ist, allein mit den Hinterbeinen an einem Ast abwärts zu hängen. Sie haben außerdem sehr bewegliche Zehen und sehr breite Pfoten, was ebenfalls zu einer sicheren Fortbewegung auf Ästen beiträgt.[3] Die Langschwanzkatze ist neben dem Nebelparder die einzige Katzenart, die kopfüber einen Baum hinunterklettern kann.
Sie können sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv sein und leben während der meisten Zeit des Jahres einzelgängerisch. Lediglich zur Paarungszeit finden sie sich manchmal zu kurzlebigen Paaren zusammen. Sie sind territorial, die Reviere sind rund 15 bis 43 Quadratkilometer groß.
Wie alle Katzen sind Langschwanzkatzen vorwiegend Fleischfresser, die sich von Säugetieren (unter anderem Nagetieren und Primaten), aber auch Vögeln und deren Eiern, Echsen, Baumfröschen und sogar Früchten und Insekten ernähren. Dabei erbeuten sie in erster Linie kleinere, baumbewohndende und nachtaktive Arten, wie Opossums, Hörnchen und Baumnager. Sie schlagen allerdings auch Tiere bis zur Größe von Hasen, Agutis und Pakas[2].
Langschwanzkatze im Zoo von Cincinnati
Über die Fortpflanzung ist wenig bekannt, sämtliche Beobachtungen bisher wurden an Tieren in Gefangenschaft durchgeführt. Sie haben keine feste Paarungszeit. Der Sexualzyklus beträgt 32 bis 36 Tage und innerhalb dieser Zeit sind die Weibchen für vier bis zehn Tage empfangsbereit. Die Kopulation dauert 15 bis 60 Sekunden und endet mit einem katzentypischen Nackenbiss.[4]
Die Tragzeit beträgt rund 76 bis 84 Tage, pro Wurf bringt das Weibchen ein bis zwei Junge zur Welt. Die Neugeborenen sind zunächst blind, ihre Augen öffnen sich nach zwei Wochen, und nach acht Wochen nehmen sie feste Nahrung zu sich. Der Wechsel von den Milchzähnen zum permanenten Gebiss erfolgt mit fünf Monaten. Mit acht bis zehn Monaten haben sie fast die Körpergröße einer erwachsenen Katze.[5]
Es liegen keine Daten darüber vor, wie alt Langschwanzkatzen in der freien Wildbahn werden. Ein in Gefangenschaft gehaltenes Männchen erreichte allerdings ein Lebensalter von 24 Jahren.[6]
Man unterscheidet folgende Unterarten der Langschwanzkatze[2]
Die Langschwanzkatze zählt mit ihrem gefleckten Fell lange zu den wichtigsten südamerikanischen Pelztieren. Allein 1977 wurden mindestens 30.000 Felle von Langschwanzkatzen international gehandelt.[7]
Die Langschwanzkatze ist im internationalen Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang A gelistet, ihr Fell oder Produkte daraus dürfen nicht gehandelt werden.
Tags:Langschwanzkatze
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Tigerkatze | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Tigerkatze (Leopardus tigrinus) |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus tigrinus | ||||||||||||
| Schreber, 1775 |
Die Tigerkatze oder Ozelotkatze (Leopardus tigrinus) ist eine südamerikanische Art innerhalb der Familie der Katzen. In ihrer Heimat wird sie als Tigrillo oder Oncilla bezeichnet. Sie ist eine der kleinsten südamerikanischen Katze und nahe mit dem Ozelot und der Langschwanzkatze verwandt. Die geographische Verbreitung aller drei Arten überlappt sich gleichfalls sehr stark.
Von der IUCN wird die Tigerkatze als „gefährdet“ (vulnerable) eingestuft.
Inhaltsverzeichnis |
Die Tigerkatze misst etwa 40 bis 50 Zentimeter vom Kopf bis zum Rumpfende, dazu kommt noch ein 30 bis 40 Zentimeter langer Schwanz. Die Tigerkatze ist also etwas größer als die Hauskatze, bringt aber mit 1,5 bis 3 Kilogramm etwas weniger Gewicht auf die Waage.[1] In Gestalt und Fellzeichnung gleicht sie dem Ozelot und der Langschwanzkatze so sehr, dass diese drei Arten kaum auseinanderzuhalten sind. Der Schwanz ist bei der Tigerkatze relativ kürzer, die Augen liegen weiter auseinander, die Ohren sind etwas größer. Die Tigerkatze hat außerdem einen etwas zierlicheren Schädel. Bei der Tigerkatze kommt es häufig zu Melanismus, das heißt zu Geburten vollständig schwarzer Katzen.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Katzenarten weist die Ozelotkatze nur 36 Chromosomen auf.[2]
Beheimatet ist die Tigerkatze ist von Costa Rica bis ins südliche Brasilien und den äußersten Norden Argentiniens. Es gibt bislang keine Beobachtungen in Panama und auch für Bolivien stehen Sichtungen bislang aus. Die Höhenverbreitung der Tigerkatze reicht vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von 3.200 Metern.[3]
Traditionell wird die Tigerkatze als ein Bewohner tropischer Regen- und Nebelwälder beschrieben. Zum Lebensraum der Tigerkatzen gehören jedoch auch subtropische Wälder, die Cerrado, eine südamerikanische Savannenlandschaft mit halbtrockenem Klima und zwei deutlich getrennten Jahreszeiten, feuchte Savannen und semiaride Regionen, die mit Dornenbüschen bestanden sind. Sie sind in zahlreichen Gebieten der Savanne Brasiliens die zweithäufigste Katze nach dem Jaguarundi.[4]
Rodungen von Wäldern führt dazu, dass Tigerkatzen zunehmend weniger Lebensraum zur Verfügung steht. Sowohl in Brasilien und Kolumbien wurden große Gebiete subtropischer Wälder und Nebelwälder gerodet, um dort Kaffeeplantagen anzulegen. In Costa Rica verschwanden zwischen 1940 und 1977 über die Hälfte der Wälder, in der Tigerkatzen zu Hause sind.[5] Tigerkatzen tolerieren bis zu einem gewissen Grad jedoch die Nähe des Menschen. In Brasilien wurden Tigerkatzen bereits in den Randbezirken von São Paulo sowie Porto Alegre beobachtet.[6]
Das Nahrungsverhalten der Tigerkatze in freier Wildbahn ist bislang nur unzureichend beschrieben. Der Mageninhalt eines in Costa Ricoa untersuchten Weibchens enthielt zwei Weißfußmäuse, eine Taschenmaus und eine Spitzmaus. Der Magen eines anderen Weibchens enthielt einen Fink. Die Mägen von zwei Weibchen, die in brasilianischen Caatinga lebten, enthielten überwiegend Eidechsen. Auch die Kotproben von Katzen, die in der semiariden Caatinga beheimatet waren, bestätigten ein Überwiegen von Eidechsen, daneben konnte man Heuschrecken, Tausendfüßler, Käfer und Vögel nachweisen. In dieser Region stellen Nagetiere offenbar einen nur geringen Anteil am Nahrungsspektrum dar, weil hier die Bestandszahlen an diesen kleinen Säugetieren verhältnismäßig gering sind. In der Caatinga sind Tigerkatzen tagaktiver als in anderen Regionen ihres Verbreitungsgebietes, was den verhältnismäßig hohen Anteil tagaktiver Eidechsen an ihrer Beute erklärt.[7]
Grundsätzlich schlagen Tigerkatzen verhältnismäßig kleine Beutetiere, die überwiegend am Boden leben. Die Tigerkatze ist zwar in der Lage zu klettern, hält sich aber überwiegend am Boden auf.
Die meisten Informationen über das Fortpflanzungsverhalten von Tigerkatzen stammt von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren. Bei diesen währte der Östrus drei bis neun Tage, wobei ältere Katzen einen kürzeren Östrus haben. Die Tragezeit beträgt 75 Tage, was für eine Katze dieser Größe eine ungewöhnlich lange Zeit ist. Gewöhnlich werfen Tigerkatzen nur ein Junges. Diese wogen bei Geburt zwischen 92 und 134 Gramm. Trotz der langen Tragezeit und der geringen Größe eines Wurfes entwickeln sich die Jungtiere von Tigerkatzen im Vergleich zu anderen Katzen nur sehr langsam. Die Jungtiere öffnen ihre Augen erst zwischen dem achten und dem 17. Tag. Die Milchzähne brechen erst am 15. bis 21. Lebenstag durch und feste Nahrung fressen sie erstmals zwischen dem 38. und 56. Tag. Im Vergleich dazu sind Jungtiere von Hauskatzen in diesem Alter bereits in der Lage, Mäuse zu jagen.[8] Junge Tigerkatzen werden erst ab einem Alter von etwa drei Monaten nicht mehr vom Muttertier gesäugt und erst mit elf Monaten haben sie die Körpergröße eines adulten Tieres erreicht.
Es ist nicht bekannt, ab welchem Alter Tigerkatzen ihre Geschlechtsreife erreichen. Beobachtungen an gefangenen Tieren weisen jedoch darauf hin, dass diese verhältnismäßig spät eintritt. In menschlicher Obhut gehaltene Tigerkatzen erreichten bereits ein Alter von 17 Jahren.
Tigerkatzen wurden sehr stark wegen ihres Fells bejagt. Eindeutige statistische Daten für den Handel mit Tigerkatzenfellen stehen nicht zur Verfügung, weil das Fell sehr leicht mit dem der Langschwanzkatze verwechselt werden kann. Zwischen 1976 und 1982 zählten Tigerkatzenfelle jedoch zu den vier kleinen Katzenarten, deren Pelz am häufigsten in den Handel kam. Allein im Jahr 1982 wurden 69.613 Felle dieser Art gehandelt, deutlich mehr als von der Kleinfleckkatze, deren gleichfalls geflecktes Fell bis dahin häufiger gekauft wurde. 1983 stieg die Zahl der verkauften Felle auf 84.493 und nahm dann rasch ab. 1985 waren nur noch 2.052 Felle im Handel.[9] Bis 1983 war Paraguay der Hauptexporteur von Tigerkatzenfellen. Dabei dürfte es sich überwiegend um illegale Importe aus benachbarten südamerikanischen Ländern gehandelt haben, die über Paraguay weiterverkauft wurden. 1984 war dagegen das Land Bolivien der Hauptexporteur. Für Bolivien steht bislang der Beleg aus, dass auf dem Gebiet Boliviens Tigerkatzen überhaupt vorkommen.[10]
1986 verbot die Europäische Union den Import aller Tigerkatzenfelle. 1989 wurde die Tigerkatze auf Initiative der Bundesrepublik Deutschland in den Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) aufgenommen.
Tags:Tigerkatze
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Ozelot | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Ozelot (Leopardus pardalis) |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus pardalis | ||||||||||||
| (Linnaeus, 1758) |
Der Ozelot (Leopardus pardalis) ist eine in Mittel- und Südamerika lebende Raubtierart aus der Familie der Katzen (Felidae). Er ist der größte und wohl bekannteste Vertreter der Pardelkatzen (Leopardus), einer auf Amerika beschränkten Gattung kleinerer, gefleckter Katzen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Grundfärbung des weichen Fells variiert an der Oberseite von gräulich über gelblich-braun bis orange und ist je nach Lebensraum unterschiedlich: Bewohner von Regenwäldern sind eher orange- oder ockerfarben, während die Tiere der trockenen Regionen meist grau gefärbt sind. Die Unterseite ist stets heller, meist weißlich. Das Fell der Ozelots ist mit schwarzen, ring- bis rosettenartigen Flecken bedeckt, die streifenförmig angeordnet sind. Das Innere der Flecken ist etwas dunkler als die Grundfarbe des Fells. An Hals und Schultern gehen die Flecken in Streifen, an den Beinen in Tupfen über. Der Schwanz ist ebenfalls mit Flecken, manchmal auch mit ringförmigen Streifen bedeckt. Entlang des Gesichts erstrecken sich zwei schwarze Längsstreifen, um die Augen und die Schnauze ist das Fell sehr hell. An der Rückseite der Ohren befindet sich, wie bei anderen Katzen auch, jeweils ein einzelner, weißer Fleck. Die Ausprägung der Flecken am Körper ist bei jedem Tier unterschiedlich, und oft unterscheidet sich auch die Anordnung der Flecken der linken und rechten Körperhälfte.
Ozelots erreichen eine Kopfrumpflänge von 55 bis 100 Zentimetern, der Schwanz wird 30 bis 45 Zentimeter lang. Das Gewicht erwachsener Tiere variiert zwischen 11,3 und 15,8 Kilogramm, wobei die Männchen etwas größer und schwerer werden als die Weibchen.
Die Zahnformel der Ozelots lautet 3/3 – 1/1 – 2-3/2 – 1/1, das heißt, sie haben pro Kieferhälfte drei Schneidezähne, einen Eckzahn, zwei oder drei (Oberkiefer) beziehungsweise zwei (Unterkiefer) vordere Backenzähne und einen hinteren Backenzahn, insgesamt also 28 oder 30 Zähne. Wie bei allen Katzen sind die Reißzähne (der letzte obere Prämolar und der untere Molar) sowie die zu Fangzähnen vergrößerten Eckzähne gut entwickelt.
Eine kräftige Gliedmaßenmuskulatur ermöglicht ein gutes Klettern. Die Vorderpfoten sind größer als die Hinterpfoten, wie bei allen Katzen besitzen die Vorderfüße fünf und die Hinterfüße vier Zehen, die mit einziehbaren Krallen versehen sind. Der Verdauungstrakt ist wie bei allen Katzen durch den einfachen Magen und den kurzen Darm charakterisiert. Die Ozelots haben den am stärksten ausgeprägten Penisknochen (Baculum) ihrer Familie, dieser ist bei den Katzen sonst generell rückgebildet oder fehlt.
Ozelots leben auf dem amerikanischen Kontinent, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den südlichen Vereinigten Staaten bis ins nördliche Argentinien. Sie leben auch auf der Insel Trinidad, fehlen aber auf den übrigen Westindischen Inseln. In den Vereinigten Staaten waren sie einst von Arizona bis Louisiana verbreitet, Fossilfunde aus Florida deuten an, dass sie in prähistorischer Zeit sogar im ganzen Südosten des Landes beheimatet waren. Heute sind sie in den Vereinigten Staaten auf den äußersten Süden von Texas beschränkt, die dortige Population ist aber mit rund 100 Tieren sehr klein. In Mittel- und Südamerika sind sie noch häufiger, wenngleich ihr Siedlungsgebiet durch Waldrodung und Zersiedlung immer weiter eingeschränkt und zerstückelt wird. Die zahlenmäßig größten Populationen finden sich heute im Amazonasbecken.
Ozelots finden sich in verschiedenen Lebensräumen, darunter Tropische Regen-, Mangroven- und trockene Gebirgswälder bis in 1200 Meter Höhe. Seltener finden sie sich auch in buschbestandenen Savannen. Allzu offene Gebiete meiden sie jedoch, da sie für ihren Jagderfolg und als Rückzugsplätze auf dichtere Vegetation angewiesen sind.
Ozelots sind generell nachtaktive Einzelgänger. Bei bedecktem Himmel oder niedrigeren Temperaturen können sie sich auch manchmal tagsüber auf Nahrungssuche begeben, meist verbringen sie den Tag jedoch schlafend an geschützten Orten. Das können Baumhöhlen, dichtes Gebüsch oder auch einzelne Äste sein. Die Tiere haben in ihrem Revier meist mehrere Ruheplätze und benutzen denselben Ort selten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Obwohl Ozelots wie die meisten Katzen gute Kletterer sind, jagen sie vorwiegend am Boden. Im Bedarfsfall können sie auch gut schwimmen.
Die Reviergröße ist variabel und hängt unter anderem vom Geschlecht und vom Lebensraum ab: die Territorien der Männchen sind in der Regel deutlich größer als die der Weibchen, darüber hinaus ist in nahrungsreichen Regionen die Reviergröße kleiner. Die Werte für die Reviergröße variieren zwischen 2 und 31 Quadratkilometern, meist halten sich die Tiere aber im Kerngebiet ihres Reviers auf, das mit 2 bis 10 Quadratkilometern deutlich kleiner ist. Das Territorium eines Männchens überlappt sich mit dem mehrerer Weibchen, hingegen überschneiden sich die Reviere mit denen gleichgeschlechtlicher Artgenossen weder bei Männchen noch bei Weibchen. Die einzige Ausnahme von dieser Regel sind heranwachsende Tiere, die noch eine Weile im Territorium der Mutter geduldet werden.
Die Markierung von Wanderrouten und Reviergrenzen und auch der Kontakt zu Artgenossen geschieht über optische und geruchliche Marken. Ozelots bringen Kratzspuren an Baumstämmen an, markieren Objekte mit ihrem Urin und setzen an auffälligen Orten ihren Kot ab. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen werden die Reviergrenzen vehement verteidigt, dabei kann es auch zu Kämpfen kommen.
Ozelots unternehmen vorwiegend nächtliche Streifzüge durch ihr Revier, in deren Verlauf sie pro Nacht mehrere Kilometer zurücklegen und ihre Beutetiere jagen. Die Nahrung der Ozelots besteht in erster Linie aus Wirbeltieren; dabei bevorzugen sie Beute mit weniger als ein Kilogramm Körpergewicht. An Säugetieren jagen sie unter anderem Nagetiere wie Stachelratten, Neuweltmäuse und Baumstachler, Beutelratten und Baumwollschwanzkaninchen; zu den größeren Tieren, die sie manchmal erlegen, zählen beispielsweise Nasenbären, Brüllaffen, Faultiere, Tamanduas und Spießhirsche. Aber auch Vögel (zum Beispiel Hokko- und Steißhühner), Reptilien (wie Leguane, Schildkröten und Schlangen), Amphibien und Fische stehen auf ihrem Speiseplan. In geringem Ausmaß verzehren sie auch wirbellose Tiere wie Krabben und Insekten.
In den nördlichsten und südlichsten Bereichen des Verbreitungsgebietes erfolgt die Paarung jeweils im Herbst, in den Tropen gibt es wahrscheinlich keine feste Zeit für die Paarung. Die einzelgängerischen Tiere kommen nur zu diesem Zweck zusammen und gehen nach erfolgreicher Befruchtung wieder getrennte Wege. Der Östrus dauert rund sieben bis zehn Tage, zumindest in den wärmeren Regionen ihres Verbreitungsgebietes sind Ozelots polyöstrisch, es kann also mehrere Sexualzyklen pro Jahr geben.Nach einer Tragzeit von etwa 79 bis 85 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei (selten auch drei) Junge zur Welt.
Zur Geburt und für die ersten Wochen der Jungenaufzucht errichtet das Weibchen ein Nest, das in einem hohlen Baumstamm, in einer Felsspalte oder kleinen Höhle oder in dichter Vegetation gelegen sein kann. Die Jungenaufzucht ist alleinige Aufgabe des Weibchens, das Männchen beteiligt sich nicht daran.
Jungtiere wiegen bei der Geburt rund 200 bis 280 Gramm und sind rund 23 bis 25 Zentimeter lang. Mit rund 14 Tagen öffnen sich ihre Augen, mit drei Wochen beginnen sie zu gehen. Mit rund vier bis sechs Wochen verlassen sie erstmals ihr Nest und begleiten die Mutter bei ihren Jagden, mit acht Wochen nehmen sie erstmals feste Nahrung zu sich. Endgültig abgesetzt werden sie nach dem dritten Lebensmonat.
Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit rund 18 bis 22 Monaten, bei Männchen mit rund 30 Monaten ein. Die Mutter duldet die heranwachsenden Tiere bis zum Alter von rund zwei bis drei Jahren in ihrem Revier, danach müssen sie sich ein eigenes Revier etablieren.
Die Lebenserwartung in freier Wildbahn wird auf rund zehn Jahre geschätzt, in menschlicher Obhut können sie ein Alter von über zwanzig Jahren erreichen. Zu den natürlichen Feinden zählen unter anderem Riesenschlangen, Pumas, Jaguare und Harpyien.
Die größte Bedrohung für die Ozelots ist aber der Mensch. Neben der Bejagung und der Zerstörung des Lebensraums stellen auch Verkehrsunfälle in dichter besiedelten Regionen in zunehmendem Maße Gefahren für diese Tiere dar.
Der Ozelot ist eine der je nach systematischer Auffassung sieben bis neun Arten der Gattung der Pardelkatzen (Leopardus − die wissenschaftliche Bezeichnung hat aber nichts mit dem auf deutsch Leopard genannten Tier zu tun), seine engsten Verwandten sind die Tiger- oder Ozelotkatze (L. tigrinus) und die Langschwanzkatze oder Margay (L. wiedii). In menschlicher Gefangenschaft sind Hybriden zwischen dem Ozelot und der Langschwanzkatze, der Tigerkatze, der Kleinfleckkatze, der Chilenischen Waldkatze und sogar dem Puma bekannt, in freier Natur dürfte es hingegen zu keinen Kreuzungen kommen.
Die Beziehung der Pardelkatzen zu den übrigen Katzen sind, wie so vieles in der Systematik der Katzen, noch nicht zweifelsfrei geklärt. Manche, insbesondere ältere Systematiken gliedern fast alle Katzen in die Gattung Felis ein, sodass sich auch manchmal Felis pardalis als wissenschaftliche Bezeichnung für den Ozelot findet.
Es werden insgesamt zehn Unterarten des Ozelots unterschieden, die sich vorwiegend im Bereich der Fellfärbung voneinander abheben:
Der Name „Ozelot“ leitet sich vom Nahuatl-Wort ocelotl ab, wobei diese Bezeichnung allerdings vermutlich ursprünglich den Jaguar meinte. Das Tier taucht in der Mythologie der Azteken auf, so wird das erste mythische Zeitalter der aztekischen Eschatologie als nahui-ocelotl (Vier-Jaguare) bezeichnet, auch im Azteken-Kalender existiert ein Tageszeichen namens ocelotl. Die Krallen und das Ozelotfell wurden als zeremonielle Tracht verwendet, Darstellungen des Gottes Quetzalcoatl zeigen ihn mit Ohrringen aus Ozelot-Krallen.
In Europa kennt man die Katzenart vor allem wegen des Ozelotfells, das in großem Ausmaß in der Kürschnerei verarbeitet wurde. Ozelots zählten zu den am stärksten von der Pelzjagd betroffenen Katzenarten, zwischen den 1960er- und der Mitte der 1970er-Jahre kamen jährlich bis zu 200.000 Felle in den Handel. Ozelotmäntel wurden in den USA mit Preisen von bis zu 40.000 USD gehandelt.[1] Bis in die 1980er Jahre war auch die Bundesrepublik ein bedeutender Abnehmer. 1986 setzte die Europäische Gemeinschaft ein Verbot des Imports der Ozelotfelle um. Seit Januar 1990 besteht ein absolutes Handelsverbot.
Eine weitere Bedrohung stellte die Jagd zur Nutzung als Heimtiere dar, bei der das Muttertier getötet und das Junge als Heimtier gehandelt wurde. Der Handel ist auf ein unbedeutendes Maß zurückgegangen, nachdem die Art in den meisten Ländern ihres Verbreitungsgebietes geschützt und der Ozelot 1989 in den Anhang I des internationalen Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES) aufgenommen wurde. Jedoch gibt es laut IUCN immer noch einen illegalen Handel mit Fellen und Heimtieren. Das Abkommen verbietet jeglichen Handel mit Produkten, die aus Ozelot hergestellt wurden, was auch private Käufe und Verkäufe gebrauchter Gegenstände einschließt.
Die größte Bedrohung heute stellt die Zerstörung des Lebensraums der Ozelots dar. Aufgrund ihres Bedarfs an schützender Vegetation und ihrer eher niedrigen Fortpflanzungsrate reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Veränderungen der Umwelt. Aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes zählt die IUCN sie noch nicht zu den bedrohten Arten. Schätzungen der Gesamtpopulation belaufen sich auf mehr als 50.000 Tiere, die Zahl ist allerdings im Rückgang begriffen. Besonderes Augenmerk verdient die Unterart L. p. albescens, die nur im südlichen Texas und im nordöstlichen Mexiko vorkommt und deren Gesamtpopulation auf weniger als 250 Tiere geschätzt wird. Verkehrsunfälle stellen heute die Hauptbedrohung dieser Unterart dar. Als eine Schutzmaßnahme werden beispielsweise im texanischen Cameron County, dem Landkreis mit der höchsten Ozelot-Population, die Uferböschungen entlang von Bewässerungsgräben nicht mehr gemäht. Für die Ozelote sollen hierdurch wesentliche Wildwechsel geschaffen werden.[2]
| Dieser Artikel wurde am 30. Juli 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |
Tags:Ozelot
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Andenkatze | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Andenkatze (Leopardus jacobita) |
||||||||||
| Systematik | ||||||||||
|
||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Leopardus jacobita | ||||||||||
| Cornalia, 1865 |
Die Bergkatze oder Andenkatze (Leopardus jacobita, synonym Oreailurus jacobita) ist eine südamerikanische Art innerhalb der Familie der Katzen. Die Bergkatze lebt in den Andenregionen Südamerikas und wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als Stark Gefährdet (Endangered) geführt, weil die gesamte Population auf weniger als 2500 erwachsene Individuen geschätzt wird, bei einem abnehmenden Populationstrend.[1]
Die wissenschaftlichen Daten sind noch eher vage. Die ersten Filmaufnahmen der Art entstanden erst nach 2000 durch Christian Baumeister.
Inhaltsverzeichnis |
Die Andenkatze ist größer als die Chilenische Waldkatze und die Pampaskatze. Das von Cornalia 1865 beschriebene Exemplar war 35 cm groß bei einer Kopf-Rumpflänge von 60 cm und einer Schwanzlänge von 43 cm. Ihr langes, weiches, dichtes Fell ist hellgrau gefleckt mit schwärzlichen oder bräunlichen Längsstreifen, am Bauch weiß mit neun schwärzlichen oder bräunlichen Ringen am Schwanz und einer hellen Spitze. Das Fell ist am Rücken 40 mm lang, am buschigen Schwanz 35 mm. Laut Pocock legen ihre langen Fellhaare nahe, dass sie in kühlen, felsigen Habitaten lebt.[2]
Die Andenkatze ist etwa so groß wie eine große Hauskatze mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 70–75 cm. Sie wiegt etwa 4–7 kg.
Die Andenkatze ähnelt stark der Pampaskatze, die in derselben Region lebt. Die genauen Unterschiede unterliegen noch immer wissenschaftlichen Studien, da nur wenige Exemplare in Museen als Untersuchungsobjekte zur Verfügung stehen.
Die Bergkatze ist die seltenste Katzenart Südamerikas und in den hohen Anden vom Süden Perus über den Südwesten Boliviens, den Nordosten Chiles und im Norden Argentiniens beheimatet. Ihr Habitat beschränkt sich auf die felsigen, baumlosen Regionen der Anden in Höhen von über 3.000 m, wo ein kaltes raues trockenes Klima herrscht mit Tagestemperaturen um die 0°C und weniger.[3]
Zwei Bergkatzen wurden im Jahr 2004 in der argentinischen Provinz Mendoza im steppenhaften Buschland von Monte im Norden Patagoniens mithilfe einer Kamerafalle auf einer Höhe von 1800 m aufgenommen. Das Verbreitungsgebiet von Bergkatzen erstreckt sich etwa 500 km weiter südlich als bisher angenommen.[4] Weitere Untersuchungen legen nahe, dass Bergkatzen in den südlichen Vorbergen der Anden und in der benachbarten patagonischen Steppe bis auf einer Höhe von 650 m vorkommen und den Viscachas folgen, die sie vornehmlich jagen.[5]
Es gibt wenig Information über das Beutespektrum von Andenkatzen. Wahrscheinlich ernähren sie sich von Vögeln, Eidechsen und kleineren Säugetieren wie Gürteltieren, Chinchillas und anderen Nagetieren.[3]
Die Bergkatze ist im Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens gelistet.[1] Ohne Genehmigungen zuständiger nationaler Behörden ist der internationale Handel und grenzüberschreitende Transfer von lebenden Exemplaren und Körperteilen verboten.[6]
In vielen Publikationen wird die Bergkatze in einer eigenen Gattung Oreailurus geführt. Jüngere Systematiken ordnen sie jedoch den Pardelkatzen (Leopardus) zu.[7]
Tags:Andenkatze
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Chilenische Waldkatze | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Chilenische Waldkatze (Leopardus guigna) |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus guigna | ||||||||||||
| Molina, 1782 |
Die Chilenische Waldkatze (Leopardus guigna synonym Oncifelis guigna), auch Kodkod oder Nachtkatze genannt, ist die kleinste südamerikanische Wildkatze innerhalb der Familie der Katzen (Felidae). Sie ist im Südwesten Südamerikas beheimatet und wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als Gefährdet (Vulnerable) geführt, da die gesamte Population auf weniger als 10.000 erwachsene Individuen geschätzt wird, bei einem abnehmenden Populationstrend.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Die Chilenische Waldkatze ist – neben der afrikanischen Schwarzfußkatze – eine der kleinsten aller wildlebenden Katzenarten. Die Chilenische Waldkatze hat eine Kopfrumpflänge von 40-50 cm und wiegt zwischen zwei und drei Kilogramm. Das Fell ist grau bis beigefarben und mit kleinen schwarzen Flecken bedeckt. Im Vergleich mit der nahe verwandten Kleinfleckkatze (Oncifelis geoffroyi) hat diese Art ein deutlich schmaleres Gesicht. Ihre Pfoten sind breit, der Schwanz eher buschig und etwa 20-25 cm lang. Die Rückseite der Ohren ist schwarz mit einem auffälligen weißen Fleck. Reine Schwärzlinge kommen bei dieser Art häufiger vor, vor allem in höheren Berglagen. In Chiloé und den Guaitecas-Inseln ist die schwarze Form die Hauptform.
Die Lebenserwartung der Kodkod beträgt etwa elf Jahre.
Die chilenische Waldkatze lebt in den Wäldern Zentral- und Südchiles und dem angrenzenden Teil Argentiniens. Auch auf den Inseln vor der chilenischen Küste, beispielsweise Chiloé, ist sie heimisch und aufgrund fehlender Feinde sogar besonders häufig.[2]
In ihrer Heimat kommt die Katze in Höhen bis zur Baumgrenze in 1900 bis 2500 Metern vor. Dabei ist sie sehr eng an die feuchten Mischwälder der südlichen Anden sowie der Küstenregionen gebunden, vor allem an die immergrünen Regenwälder mit einem starken Gräserbewuchs im Unterholz. Auch der Lebensraum in Argentinien zeichnet sich entsprechend durch Mischwälder mit starkem Unterbewuchs, Epiphyten und Lianen aus. Neben diesen Gebieten kann die Chilenische Waldkatze auch wesentlich seltener in den laubwerfenden Regenwaldgebieten vorkommen, außerdem im feuchten Buschland und in Nadelgehölzwäldern.
Aus dem benannten Buschland ist bislang nur ein einziges Exemplar aus dem Gebiet von Valparaíso beschrieben. Dieses Exemplar war auffällig heller als die Verwandten in den Regenwäldern, weshalb es als eigene Unterart mit dem Namen O.g. molinae beschrieben wurde, die jedoch nicht anerkannt ist.
Gegenüber Veränderungen und Besiedlungen ist die Chilenische Waldkatze ziemlich unempfindlich und sie lebt auch in der Umgebung von Ortschaften oder kultivierten Agrarflächen. Die Umgebung von Valparaíso etwa, wo die Katze heute noch heimisch ist, ist bereits seit über 1.000 Jahren dauerhaft besiedelt und wurde vor etwa 150 Jahren mit Ausnahme weniger Waldinseln vollständig gerodet.
Über die Lebensweise der Chilenischen Waldkatze ist noch nicht allzu viel bekannt. Sie klettert gut und jagt Vögel, kleinere Reptilien und Kleinsäuger. Bei letzteren handelt es sich vor allem um mäusegroße Tiere, die ausschließlich am Boden gejagt werden, Hörnchen und andere baumlebende Tiere jagt die Katze nicht. Die Männchen sollen gelegentlich Hühnerställe ausräubern, die Weibchen sind dafür zu klein. Es wird angenommen, dass die Katze vor allem nachtaktiv ist, bei Beobachtungen im Zoo wurde dagegen allerdings eine Hauptaktivität am Tage festgestellt.
Über das Sozialverhalten sind keine genaueren Angaben gesichert. Gerüchte über ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten bis hin zur Bildung von Rudeln sind bislang nicht zu bestätigen.
Die Tragzeit beträgt etwa 10 Wochen. Im Wurf befinden sich zwei bis drei Junge.
Bedroht wird die Chilenische Waldkatze hauptsächlich durch Abholzung der Waldbestände, die darauf folgende Aufforstung von Pinien und die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. Vor allem in Zentralchile ist ihr Lebensraum fragmentiert.[1]
Die Bejagung stellt eine geringe Bedrohung dar, wenngleich sie als potenzieller Nutztierräuber besonders für Geflügel auch von örtlichen Bauern geschossen wird. Auch bei illegalen Fuchsjagden werden gelegentlich Katzen erlegt, Felle der Tiere gelangen jedoch sehr selten in den Handel.
Im Verbreitungsgebiet der Chilenischen Waldkatze gibt es eine Reihe von Schutzgebieten. Sie steht sowohl in Chile als auch in Argentinien unter Naturschutz und wird im Anhang II des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geführt.[1] Ohne Genehmigungen zuständiger nationaler Behörden ist der internationale Handel und grenzüberschreitende Transfer von lebenden Exemplaren und Körperteilen verboten.[3]
Der Zoo in Santiago de Chile hält ein einzelnes männliches Exemplar.
Die Chilenische Waldkatze ist nach Ansicht mancher Zoologen keine eigenständige Art, sondern eine Unterart der Kleinfleckkatze. Molekularbiologische Studien konnten die nahe Verwandtschaft beider Arten nachweisen, sodass sie auf jeden Fall Schwesterarten darstellen, die nächste verwandte Art ist die Pampaskatze (L. colocolo).
In der Frage der Gattungszugehörigkeit gibt es Unstimmigkeiten. In älteren Werken wurde die Chilenische Waldkatze – wie fast alle Katzen – als Felis guigna in die Gattung Felis eingeordnet, später wurde sie mit den zwei oben erwähnten Arten zur Gattung Oncifelis eingruppiert. Jüngste Systematiken wie Wilson & Reeder (2005) ordnen diese Gattung schließlich bei den Pardelkatzen (Leopardus) ein, deren bekanntester Vertreter der Ozelot ist.[4]
Es werden zwei Unterarten unterschieden:
Sowohl der wissenschaftliche Name L. guigna als auch der regionale Name Kodkod stammen aus der südamerikanischen Heimat der Chilenischen Waldkatze. So wird angenommen, dass Kodkod eine spanische Übernahme des Namens ‘colocolo’ aus dem Dialekt der Mapuche ist, der eigentlich die Pampaskatze (L. colocolo) benennt. La güiña ist dagegen der lokale spanische Name für die Katze.
| Dieser Artikel wurde am 14. Juli 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Kleinfleckkatze | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Kleinfleckkatze im Cincinnati Zoo |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus geoffroyi | ||||||||||||
| d’Orbigny & Gervais, 1844 |
Die Kleinfleckkatze oder Salzkatze, selten auch Geoffroy-Katze (Leopardus geoffroyi oder Oncifelis geoffroyi) ist eine südamerikanische Art innerhalb der Familie der Katzen (Felidae).
Inhaltsverzeichnis |
In der Größe entspricht die Kleinfleckkatze einer großen, männlichen Hauskatze. Die Kopfrumpflänge beträgt 60 cm, hinzu kommen 30 cm Schwanz. Die Grundfarbe des Fells ist grau oder gelbbraun, wobei im Süden des Verbreitungsgebiets die grauen und im Norden die gelben Tiere vorkommen. Gezeichnet ist das Fell mit kleinen, schwarzen Flecken. Häufig kommt es zu Melanismus (Schwärzlinge).
Die Kleinfleckkatze lebt in der Südhälfte Südamerikas, von Bolivien und Südbrasilien südwärts bis Patagonien. Sie kommt nur östlich der Anden vor. Wälder sind ebenso ihr Lebensraum wie baumbestandenes Grasland.
Zur Beute zählen Hasen und Nagetiere. Da sie auch im Wasser nach Fischen jagt, wird sie in Südamerika auch als „Fischkatze“ bezeichnet (eine Benennung, die im deutschen Sprachgebrauch einer ganz anderen Katze vorbehalten ist, siehe Fischkatze). Die Kleinfleckkatze ist nachtaktiv und verschläft den Tag in den Bäumen.
Das Fell der Kleinfleckkatze war lange Zeit in der Kürschnerei zur Herstellung von Pelzmänteln beliebt. Die Kleinfleckkatze ist mittlerweile akut vom Aussterben bedroht und daher im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang A gelistet. Jeglicher Handel ist daher mittlerweile verboten. Dies schließt auch den Handel von Privatpersonen und den Handel mit gebrauchten Produkten, die aus Kleinfleckkatzen hergestellt wurden, ein. Im Jahr vor Inkrafttreten dieser Schutzbestimmung waren noch 5500 Individuen (das war ein Zehntel der seinerzeit bekannten Population) in den Tierhandel gebracht worden. [1]
Bezüglich des wissenschaftlichen Namens gibt es Unstimmigkeiten zwischen Leopardus geoffroyi oder Oncifelis geoffroyi. Zunächst wurde sie als Leopardus geoffroyi in die Verwandtschaft des Ozelots gerechnet, danach aber eher in die Gattung Oncifelis eingruppiert, zu der noch die Pampaskatze und die Chilenische Waldkatze gerechnet werden. Wilson & Reeder (2005) führten schließlich die Gattungen Leopardus und Oncifelis zur Gattung der Pardelkatzen (Leopardus) zusammen.
Trotz unterschiedlicher Chromosomenzahl kann die Kleinfleckkatze mit der Hauskatze gekreuzt werden. Die entstehenden Hybride heißen Safari-Katze und werden von der TICA als experimentelle Rasse registriert.
Tags:Kleinfleckkatze
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Colocolo | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Colocolo (Leopardus colocolo) |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus colocolo | ||||||||||||
| (Molina, 1782) |
Die Colocolo (Leopardus colocolo oder Oncifelis colocolo), ehemals Pampaskatze, ist eine südamerikanische Art innerhalb der Familie der Katzen (Felidae). Bis vor wenigen Jahren wurde sie gemeinsam mit den beiden Arten Leopardus pajeros und Leopardus braccatus als gemeinsame Art angesehen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Colocolo hat eine Kopfrumpflänge von etwa 70 cm und eine Schwanzlänge von etwa 30 cm. Die Schulterhöhe beträgt etwa 60 cm, das Gewicht ausgewachsener Pampaskatzen liegt zwischen drei Kilogramm (in freier Natur) und bis zu sieben Kilogramm (in Gefangenschaft). Die Farbpalette der Fellfärbungen reicht von schwarz über gelblich bis hellgrau. Das Fell ist stellenweise sehr lang und führt zu einem Mähnen-Effekt, der die Katze größer erscheinen lässt, als sie wirklich ist. Vom Erscheinungsbild her unterscheiden sich die Pampaskatzen in den unterschiedlichen Regionen Südamerikas recht stark. Dies führte zu den unten geschilderten Schwierigkeiten bei der Klassifikation und auch zur Artaufteilung.
In ihrer Neubeschreibung der Art beschrieb Rosa García-Perea Leopardus colocolo in Abgrenzung zu L. braccatus und L. pajeros vor allem auf der Basis von Schädel-, Zahn- und Fellmerkmalen. Leopardus colocolo ist dabei die größte der neu beschriebenen Arten mit einer durchschnittlichen Kopf-Rumpf-Länge um 55 bis 67 Zentimeter und einer Schwanzlänge von 28 bis 32 Zentimetern. Sie ist damit größer als L. braccatus, im Vergleich zu L. pajeros liegt sie innerhalb deren Größenspektrum.[1]
In der Fellfarbe variieren die Tiere zwischen zwei Typen, die von García-Perea 1994 als Typ 1 und 2C beschrieben wurden. Bei Typ 1 besitzen die Tiere deutliche rostbraune bis zimtfarbene Streifen und Linien auf den Flanken, die Grundfarbe ist rotbraun oder dunkelgrau. Entlang des Rückgrats ist das Fell dunkelrostrot bis schwarz, wobei diese Färbung von schwarzen und rostroten Bereichen der Einzelhaare herrührt. Der Schwnz besitzt vier bis fünf rötliche Ringe, wobei die letzten beiden dunkler sind. Die Beine sind dunkelbraun gestreift. Beim Typ 2C sind die Tiere einfarbig grauweiß bis graubraun gefärbt, eine Zeichnung ist nicht oder nur undeutlich zu erkennen. Die Beine sind erkennbar gestreift.[1]
Nach der ursprünglichen Annahme einer einzigen Arte reichte das Verbreitungsgebiet der Pampaskatze von den Grasebenen von Südbrasilien bis Patagonien, aber auch den Andenregionen des südlichen und mittelwestlichen Südamerikas (von Ecuador südwärts).
Nach der Artaufteilung gelten nur noch die subtropischen Waldgebiete im westlichen Bereich der Anden in Zentral-Chile sowie die trockeneren Hochlandsteppen im Norden Chiles als Verbreitungsgebiet der Colocolo.[1]
Die Colocolo ist vorwiegend nachtaktiv. Sie ernährt sich von kleineren Nagetieren, beispielsweise Meerschweinchen, und von kleineren bodenlebenen Vögeln. Zudem gibt es immer wieder Berichte von Pampaskatzen, die Geflügelgehege plündern.
Die Colocolo paart sich in der Zeit von April und Juli. Ein Wurf hat ein bis drei Junge.
Die Colocolo wird von der IUCN als gefährdet (Near Threatened) eingestuft[2] und ist im Anhang B des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geführt.
Nach García-Perea (1994)[1] und Wilson & Reeder (2005)[3] wurden die ehemals als eine Art betrachteten Kleinkatzen in drei Arten aufgeteilt:
Unstimmigkeiten herrschen über die Gattungszugehörigkeit dieser Arten. In ältesten Werken werden sie in Felis eingeordnet, jüngere Werke fassen sie mit der Kleinfleckkatze und der Chilenischen Waldkatze zur Gattung Oncifelis zusammen. Manchmal wurde sie auch in einer eigenen Gattung, Lynchailurus, eingeordnet[1]. Wilson und Reeder (2005) führten schließlich Oncifelis mit Leopardus zur Gattung der Pardelkatzen zusammen.[3]
Johnson et al. 1999 konnten in einer molekularbiologischen Untersuchung der Kleinkatzen Südamerikas die Arttrennung nicht nachvollziehen. Sie stellten zwar innerhalb der betrachteten Proben der Pampaskatzen Cluster fest, die die nähere Verwandtschaft regional nahe beieinanderlebende Gruppen der Katzen aufzeigen, diese deckten sich jedoch nicht mit den Arten, die von García-Perea (1994) beschrieben wurden.[4] Die Untersuchungen zeigte zudem auf, dass es zwischen den Pampaskatzen und der Tigerkatze (Leopardus tigrinus) in Teilen des Verbreitungsgebiet zu Hybriden kommt, sich also Vertreter beider Arten miteinander verpaaren und Jungtiere zeugen.[4]
Leopardus colocolo in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: T. de Oliveira et. al., 2008. Abgerufen am 24. Januar 2009
Pampaskatze (Leopardus colocolo)
Tags:Pampaskatze
Filed Under: Wildkatzen
Posted by admin on April 22, 2010 | No Comments
| Rotluchs | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Rotluchs |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lynx rufus | ||||||||||||
| Schreber, 1777 |
Der Rotluchs (Lynx rufus) ist eine Luchsart, deren Verbreitungsgebiet vom südlichen Kanada bis zum Norden Mexikos reicht. Rotluchse sind anpassungsfähig und nutzen so unterschiedliche Lebensräumen wie Wälder, Halbwüsten, die Randzonen von Städten und Sumpfgebiete. Die Art gilt als nicht bedroht.
Zur präferierten Beute des Rotluchses zählen Kaninchen und Hasen. Rotluchse sind jedoch opportunistische Jäger, deren Beutespektrum alle im jeweiligen Lebensraum vorhandenen kleinen und mittelgroßen Säuger und Vögel umfasst. Auch Fische und Insekten werden von ihm gefressen. Wie die meisten Katzenartigen sind Rotluchse territorial und leben überwiegend einzelgängerisch.
Inhaltsverzeichnis |
Rotluchse sind im Durchschnitt kleiner als die drei anderen Luchsarten Kanadischer Luchs, Eurasischer Luchs und Pardelluchs. Ausgewachsene männliche Rotluchse weisen eine Körperlänge zwischen 70 und 120 Zentimetern auf. Die durchschnittliche Körperlänge beträgt 90 Zentimeter. Auf den kurzen Schwanz entfallen zwischen zehn und achtzehn Zentimeter.[1] Die Schulterhöhe beträgt bei männlichen Tieren zwischen 36 und 38 Zentimeter.[2] und sie wiegen zwischen sieben bis vierzehn Kilogramm. Die größten und schwersten Rotluchse finden sich im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes.[3]
Rotluchs in Tucson
Weibchen sind etwas kleiner als die männlichen Tiere und weisen durchschnittlich ein Gewicht von neun Kilogramm auf. Eine morphologische Studie, die in den östlichen Bundesstaaten der USA durchgeführt wurden, konnte belegen, dass die größten männlichen und weibliche Tiere jeweils in unterschiedlichen Regionen des Verbreitungsgebietes zu finden sind. Dies legt nahe, dass die Selektionskriterien, die die Körpergröße beeinflussen, geschlechtsabhängig unterschiedlich sind.[4]
Jungtiere kommen mit einem Gewicht zwischen 280 und 340 Gramm zur Welt und weisen eine Körperlänge von 25 Zentimeter auf. Am Ende ihres ersten Lebensjahres haben sie normalerweise ein Gewicht von 4,5 Kilogramm erreicht.[5]
Die Fellfarbe der Körperoberseite ist sehr variabel und reicht von blassgelb bis rötlich braun. Tendenziell weisen Rotluchse, die in den Wüstenregionen im Südwesten des Verbreitungsgebietes leben, die hellste Fellfärbung auf. Die im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes vorkommenden Rotluchse sind dagegen am dunkelsten gefärbt.
Die Fleckung des Fells ist individuell verschieden ausgeprägt. Bei einzelnen Individuen kann die Fleckung nahezu vollständig fehlen oder ist auf die Läufe beschränkt. Andere Individuen weisen dagegen auf ihrem Fell deutlich erkennbare, dunkelbraune bis schwarze Punkte und Linien auf, die von der Grundfärbung des Fells besonders deutlich auf den Vorderläufen und am Schwanz abgesetzt ist. In Florida hat man allerdings einige melanistische Rotluchse gesichtet und auch gefangen. Ihr schwarzes Fell ist möglicherweise durch ein besonders dichtes Fleckenmuster verursacht.[6] An Kinn, Brust und Körperunterseite sind die Fellhaare grauweiß bis cremeweiß.[2]
Wie bei den anderen Luchsarten sind auch beim Rotluchs die Hinterläufe deutlich länger als die Vorderläufe. Die dreieckigen Ohren sind auf ihrer oberen Rückseite schwarz gefärbt. Rotluchse haben im Vergleich zum Eurasischen Luchs deutlich kürzere Haarpinsel an den Ohrspitzen. Bei einzelnen Individuen können diese sogar ganz fehlen.[7] Der Kopf wirkt wegen des ausgeprägten Backenbartes rundlich. Die Nase ist an ihrer Vorderseite rötlich, an den Seiten dagegen grau bis braunrot. Die Augenfarbe ist gelblich bis ockerfarben mit schwarzen Pupillen.[1]
Der Durchmesser der Pfotenabdrücke kann zwischen zwei und acht Zentimeter schwanken, die durchschnittliche Rotluchsfährte ist etwa vier Zentimeter breit.[8] Sie ist damit etwa doppelt so groß wie die einer Hauskatze.[9] Die Schrittlänge liegt bei ruhig laufenden Rotluchsen zwischen 20 und 40 Zentimetern und kann bei sprintenden Rotluchsen zwischen einem und 2,4 Meter betragen.[10] Der Abdruck der Hinterpfoten überlappt sich meist mit dem der Vorderpfote.
Das Verbreitungsgebiet des Rotluchses erstreckte sich ursprünglich vom Süden Kanadas über das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten bis nach Oaxaca, Mexiko. Bis heute konnte der Rotluchs dieses Verbreitungsgebiet weitgehend halten. Rotluchse kommen heute nicht mehr in einigen Teilen des mittleren Westens und des Ostens der Vereinigten Staaten vor, wo sie ihre Lebensräume auf Grund einer intensiven Landwirtschaft verloren haben. Zu den heute nicht mehr von Rotluchsen besiedelten Regionen zählen unter anderem der Süden von Minnesota, der Osten von Süd-Dakota, Teile von Iowa und Missouri.[11][3][12] Obwohl man davon ausgeht, dass Rotluchse im Westen von New York und in Pennsylvania nicht mehr vorkommen, gab es in jüngster Zeit mehrfach bestätigte Sichtungen von Rotluchsen an der Südgrenze von New York und sogar von central New York.[13]
Die nördliche Verbreitungsgrenze des Rotluchses ist vor allem von der Höhe bestimmt, die die Schneedecke im Winter erreichen kann. Anders als der Kanadische Luchs kommt der Rotluchs mit hohen Schneelagen nur schlecht zurecht.[14] Ihm fehlen die großen behaarten Pranken, die für den Kanadischen Luchs charakteristisch sind. Auf einer Schneedecke laufende Rotluchse brechen daher tiefer ein als diese und sind damit in ihrer Fortbewegung bei Schnee behindert. Dort, wo sich die Verbreitungsgebiete von Kanadischem Luchs und Rotluchs überschneiden ist der Rotluchs aber nicht unbedingt seinem größeren Vetter unterlegen. In Nova Scotia konnte der Rotluchs den Kanadischen Luchs partiell verdrängen, nachdem die dortigen Nadelwälder teilweise gefällt wurden, um in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt zu werden.[3]
Im Nord- und Zentralmexiko lebt der Rotluchs in trockenen Buschgebieten sowie Pinien- und Eichenwäldern. Die südliche Verbreitungsgrenze erreicht er im Übergangsbereich zu den Tropen.[3]
Rotluchse sind sehr anpassungsfähig. Sie bevorzugen Waldgebiete ohne dabei eine Präferenz für Nadel-, Laub- oder Mischwälder zu zeigen. Sie kommen jedoch außer in Waldgebieten in einem breiten Spektrum unterschiedlichster Lebensräume vor. Sie sind in den Everglades von Florida ebenso beheimatet wie in den hochgelegenen Felsregionen der Rocky Mountains, den Appalachen oder den Halbwüsten Kaliforniens. Als Revier nutzen sie auch landwirtschaftlich genutzte Flächen, wenn diese einen ausreichenden Waldbestand aufweisen oder ihnen angrenzende Sumpfgebiete oder Steinbrüche ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bieten.[11] Wenn dies gegeben ist, hängt die Bestandsdichte vor allem von der Anzahl potentieller Beutetiere ab. Rotluchse sind gelegentlich auch in Stadtrandgebieten zu beobachten, wenn diese an weitgehend naturbelassene Zonen angrenzen.[15]
Das Beutespektrum des Rotluchses überschneidet sich mit dem anderer mittelgroßer Prädatoren. Untersuchungen in Maine wiesen allerdings nur eine geringe Konkurrenz zwischen Rotluchs und Koyote oder Rotfuchs nach. Die interspezifischen Revierüberschneidungen ließen kein Muster erkennen.[16] Anders verhält es sich mit dem kanadischen Luchs. Die Nahrungskonkurrenz mit dem Rotluchs verhindert eine weitere Ausbreitung des Kanadischen Luchses nach Süden.[17]
Der Rotluchs ist dämmerungsaktiv. Die erste Aktivitätsphase beginnt gewöhnlich drei Stunden vor Sonnenuntergang und währt bis Mitternacht. Die zweite Aktivitätsphase setzt mit dem Sonnenaufgang ein und endet drei Stunden nach Sonnenaufgang. Während dieser beiden Aktivitätsphase legt der Rotluchs in der Regel eine Wegstrecke zwischen drei bis elf Kilometer zurück. Er durchstreift dabei sein Revier auf Wegen, die er regelmäßig nutzt.[5]
Die Aktivitätsphasen unterliegen einer jahreszeitlichen Schwankung. In Herbst und Winter ist der Rotluchs häufiger am Tag aktiv, da auch seine Beutetiere in dieser Zeit stärker tagaktiv sind.[12]
Rotluchs im hohen Gras, Tennessee Valley, Marin, Kalifornien
Rotluchse sind territorial. Die Reviergröße ist abhängig vom Geschlecht des jeweiligen Tieres sowie von der Zahl potentieller Beutetiere. Reviergrenzen werden durch Harn, Losung und durch Kratzspuren an Bäumen markiert. Innerhalb seines Revieres nutzt der Rotluchs eine Reihe verschiedener Versteckplätze. Meist präferiert er eines dieser Verstecke und nutzt die anderen Rückzugsmöglichkeiten nur gelegentlich. Typische Verstecke finden sich in hohlen Baumstämmen, in dichtem Unterholz oder in Dickungen sowie unter Felsüberhängen.[11]
In den bislang durchgeführten Studien konnten als Extremwerte Reviere mit einer Größe von nur 0,6 und solche mit einer Größe von 326 Quadratkilometer nachgewiesen werden.[3]. Untersuchungen in Kansas haben nachgewiesen, dass etablierte männliche Luchse durchschnittlich ein Revier mit einer Größe von 20 Quadratkilometer haben. Die Reviere der Weibchen sind dagegen nur halb so groß. Luchse ohne etablierte Reviere durchstreifen häufig ein Gebiet, dass deutlich größer ist. Noch nicht vollständig ausgewachsene Luchse haben in Kansas mit einer Reviergröße von durchschnittlich sieben Quadratkilometer die kleinsten Reviere.[18] In einzelnen Untersuchungen konnte auch gezeigt werden, dass die Reviere von männlichen Luchsen am weitesten vom Geburtsort der Tiere entfernt liegen.[19]
Es ist bislang umstritten, ob die Reviergröße von Luchsen jahreszeitlich bedingt schwankt. Die Ergebnisse einzelner Untersuchungen sind dabei widersprüchlich: In einer Untersuchung lag die durchschnittliche Reviergröße von männlichen Luchsen während des Sommers bei 41 Quadratkilometer, während sie im Winter 100 Quadratkilometer betrug.[11] Eine andere Studie wies dagegen nach, dass weibliche Rotluchse mit Nachwuchs während des Winters größere Revier nutzen, während männliche Tiere ihr Revier lediglich verlagern, aber nicht ein größeres Gebiet als im Sommer durchstreifen. Diese Ergebnisse stimmen auch mit denen zahlreicher früher durchgeführten Untersuchungen überein.[20] In anderen Untersuchungen in einer Reihe von US-amerikanischen Bundesstaaten konnte keine oder nur eine geringe saisonale Schwankung der Reviergröße festgestellt werden.[18][21][22]
Wie bei den meisten Katzenartigen leben Rotluchse überwiegend einzelgängerisch. Ihre Reviere überlappen sich jedoch häufig. Bedingt durch die kleinere Reviergröße der Weibchen leben häufig zwei oder mehr Weibchen im Revier eines Männchens. Weibliche Rotluchse überschreiten nur selten die Reviergrenze eines anderen weiblichen Tieres. Anders als bei den meisten anderen Katzenartigen tolerieren männliche Rotluchse es, wenn sich ihr Revier mit einem gleichgeschlechtlichen Tier überschneidet.[20] In diesem Fall ist ein Männchen jedoch häufig das dominantere.
Entsprechend den unterschiedlichen Reviergrößen schwankt auch die Bestandsdichte stark. Auf einem Gebiet von 65 Quadratkilometer können zwischen einem und 38 Rotluchse leben.[3] Der Durchschnitt liegt jedoch bei einem Tier je 13 Quadratkilometer[11], dabei hat man einen Zusammenhang zwischen der Bestandsdichte und dem Geschlechterverhältnis festgestellt. In Kalifornien hat man in Gebieten, in denen Rotluchse nicht bejagt werden und eine hohe Populationsdichte besteht, 2,1 Männchen je Weibchen gezählt. Mit sinkender Bestandsdichte verändert sich dieses Verhältnis, so dass in dünn besiedelten Regionen nur noch 0,86 Männchen je Weibchen leben. Diese Untersuchungen legen nahe, dass Männchen besser in der Lage sind, in Regionen mit einem hohen Konkurrenzdruck durch andere Rotluchse zu überleben.[23]
Der Schneeschuhhase ist eines der wichtigsten Beutetiere des Rotluchses
Der Rotluchs ist ein Überraschungs- oder Lauerjäger. Die Jagd erfolgt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit abschließendem Anspringen beziehungsweise einem Kurzspurt. Anders als der auf wenige Beutetierarten spezialisierte Kanadische Luchs ist der Rotluchs ein opportunistischer Jäger, bei dem das Beutespektrum überwiegend davon bestimmt ist, welche Tierarten im jeweiligen Lebensraum vorkommen.[24] Rotluchse präferieren Beutetiere mit einem Gewicht zwischen einem dreiviertel und knapp sechs Kilogramm. Im Osten der USA zählen Baumwollkaninchen zu den häufig vom Rotluchs geschlagenen Tierarten. Im Norden seines Verbreitungsgebietes ist dagegen der Schneeschuhhase ein wesentliches Beutetier. In Neu-England, wo sich das Verbreitungsgebiet dieser beiden Tierarten überlappt, stellen sie beide gemeinsam den Hauptteil der erlegten Beutetiere dar. Im südlichen Verbreitungsgebiet sind gelegentlich Baumwollratten die wichtigste Beutetiere.
Rotluchse passen ihre Jagdtechnik an die Größe des Beutetieres an. Kleineren Nagetieren, Vögeln sowie auch Fischen und Insekten lauert der Rotluchs an den Stellen auf, an denen sie reichlich vorkommen und schlägt sie dann im Sprung. An etwas größere Tiere wie Kaninchen und Hasen schleicht er sich bis auf eine Distanz von sechs bis zehn Meter heran und sprintet dann auf sein Beutetier zu.[11]
Zu den von Rotluchsen geschlagenen Beutetieren zählen auch Füchse, Marder, Skunks, kleinere Hunde und Hauskatzen. Auch Hirscharten zählen zu den Beutetieren des Rotluchses. Er jagt sie bevorzugt im Winter, wenn kleinere Beutetiere seltener sind oder wenn eine hohe Bestandsdichte von Hirschen gegeben ist. Er schlägt dabei bevorzugt Jungtiere. Er ist aber auch in der Lage, ausgewachsene Tiere zu töten, die acht Mal mehr wiegen als er.[25] Dabei schleicht er sich an den Hirsch heran, wenn dieser sich niedergelegt hat, sprintet auf ihn zu und greift sein Beutetier im Nacken, bevor er ihm die Kehle durchbeißt. In den seltenen Fällen, in denen er ein so großes Beutetier wie einen Hirsch tötet, kehrt er mehrfach zu seinem Riss zurück, um sich satt zu fressen. Die Beutereste vergräbt er unter Schnee oder Blättern.[11]
Ihre Fortpflanzungsfähigkeit erreichen Rotluchse in der Regel im zweiten Sommer. Weibchen sind gelegentlich bereits gegen Ende ihres ersten Lebensjahres empfängnisfähig. Weibchen haben einen Zyklus von 44 Tagen, innerhalb dessen sie fünf bis zehn Tagen lang empfängnisbereit sind. Bei ausgewachsenen männlichen Rotluchsen setzt die Spermaproduktion im September oder Oktober ein und das Männchen ist jeweils bis in den nächsten Sommer fähig, ein Weibchen zu begatten. Fortpflanzungsfähig sind Rotluchse in der Regel bis zum Ende ihres Lebens.[26][12]
Die Paarungszeit variiert etwas je nach Region, aber dauert in der Regel vom Winter bis in den Vorfrühling. Am häufigsten kommt es zu Paarungen in den Monaten Februar und März. Ein dominantes Männchen hält sich in dieser Zeit in der Nähe eines Weibchens auf. Zum Paarungsspiel der Rotluchse gehört es, dass die Tiere einander spielerisch jagen und balgen. Andere Männchen können sich in der Nähe aufhalten, sind aber in diese Paarungsspiele nicht involviert. Sobald das Weibchen empfängnisbereit ist, kommt es zur Paarung, wobei das Männchen das Weibchen mit dem für Katzenartige charakteristischen Nackenbiss greift. Das Weibchen paart sich gelegentlich anschließend auch mit anderen Männchen.[11] Für Männchen dagegen ist es charakteristisch, dass sie sich mit mehreren Weibchen paaren.[26] Sowohl während des Vorspiels als auch während der Paarung ist vom ansonsten stillen Rotluchs laute Schreie und Fauchen zu hören.[27] Untersuchungen, die an in Texas beheimateten Rotluchspopulationen durchgeführt worden, legen nahe, dass Rotluchse erst dann zur Fortpflanzung kommen, wenn sie über ein etabliertes Revier verfügen. Untersuchte Tiere, die noch kein Revier besetzt haben, hatten keinen Nachwuchs.[19]
60 bis 70 Tage nach einer erfolgreichen Paarung kommen die Jungen zu Welt, die nur vom Weibchen großgezogen werden. Die Wurfgröße variiert zwischen einem und sechs Jungtieren; normalerweise kommen aber zwei bis vier Jungtiere zur Welt. Die meisten Geburten erfolgen in den Monaten April und Mai. In Ausnahmefällen wirft das Weibchen ein zweites Mal. Diese Jungtiere kommen dann in der Regel erst im September zur Welt. Als Wurfplatz wählt das Weibchen meist einen hohlen Baumstamm oder eine kleine Höhle. Die Jungen kommen blind zur Welt und öffnen erstmals ihre Augen an ihrem neunten oder zehnten Lebenstag. Ihre Umgebung erkunden sie erstmals in einem Alter von vier Wochen. Bis etwa zum Ende ihres zweiten Lebensmonats säugen sie bei der Mutter. Ab einem Alter von drei bis fünf Monaten beginnen sie das Muttertier auf ihren Streifzügen zu begleiten.[27] Im Frühjahr geborene Rotluchse jagen erstmals selbständig im Herbst und verlassen meist das Revier des Muttertieres kurz danach.[11] Gelegentlich duldet das Muttertier ihren Nachwuchs aber auch bis ins nächste Frühjahr.[26]
Rotluchse erreichen durchschnittlich ein Lebensalter von sechs bis acht Jahren. Das höchste Lebensalter, dass man bislang für einen in freier Wildbahn lebenden Rotluchs nachweisen konnte, beträgt 16 Jahre. In Gefangenschaft sind Rotluchse schon bis zu 32 Jahre alt geworden.[23]
Ausgewachsene Rotluchse haben nur wenige Fressfeinde. Pumas und Wölfe sind in der Lage, einen ausgewachsenen Rotluchs zu töten. Beobachtungen im Yellowstone National Park weisen darauf hin, dass dies regelmäßig vorkommt.[28] Jungtiere werden dagegen von einer ganzen Reihe von Prädatoren getötet. Zu den Prädatoren zählen unter anderem große Eulenarten, Adler, Koyoten, Füchse. Auch männliche Rotluchse töten gelegentlich den Nachwuchs ihrer eigenen Art. Zu Kannibalismus kann es kommen, wenn Beutetiere rar sind. Insgesamt ist Kannibalismus jedoch selten und hat sehr wenig Einfluss auf die Populationsgröße.[23]
Die wesentlichen Todesursachen für Rotluchse sind Krankheiten, Unfälle und die Bejagung durch den Menschen. Ähnlich wie beim Eurasischen Luchs verhungern auch viele Rotluchse. Dies gilt insbesondere für Jungtiere, nachdem sie sich von ihrem Muttertier getrennt haben und ihre Jagdtechniken noch perfektionieren. Von 10 ausgewachsenen Rotluchsen erleben in der Regel nur zwischen sechs und sieben das nächste Lebensjahr.[29]
Rotluchse leiden unter einer Reihe von Ekto- und Endoparasiten. Zu den wichtigsten Ektoparasiten zählen Zecken und Flöhe. Zu den wesentlichen Endoparasiten zählt Toxoplasma gondii. Die einzelnen Populationen sind davon unterschiedlich stark befallen. In einzelnen Untersuchungen wurde jedoch eine Infektionsrate von 52 Prozent nachgewiesen.[30] Die Milbenart Lynxacarus morlani konnte bislang nur bei Rotluchsen nachgewiesen haben. Es ist bislang nicht hinreichend geklärt, welchen Einfluss Parasiten und Krankheiten auf die Sterblichkeitsrate haben. Es ist aber denkbar, dass diese Faktoren einen gewichtigeren Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit haben als Hunger, Unfälle und Bejagung.[23]
Der Rotluchs wird in Anhang II der CITES-Vereinbarung geführt[31], was bedeutet, dass diese Art nicht vom Aussterben bedroht ist, aber dass sowohl die Bejagung dieser Tierart und der Handel mit ihr überwacht werden müssen. Sowohl in Kanada, den Vereinigten Staaten als auch Mexiko regulieren Bestimmungen die Jagd auf Rotluchse. In den Vereinigten Staaten als Hauptverbreitungsgebiet kommt der Rotluchs in einer Vielzahl von Gebieten vor, die unter Naturschutz stehen.[3] Im Jahre 1988 schätzte der United States Fish and Wildlife Service die Anzahl der in den USA lebenden Rotluchse auf 700.000 bis 1.500.000. Seitdem haben sich sowohl die Bestandszahlen erhöht als auch das Verbreitungsgebiet ausgedehnt. Aus diesem Grund hat die USA den Antrag gestellt, diese Art nicht mehr im Anhang II der CITES-Vereinbarung zu führen.[32] Auch die Bestandszahlen in Kanada und Mexiko scheinen stabil zu sein. Die IUCN führt die Art deshalb als nicht bedroht, weist aber darauf hin, dass aus dem südlichen Verbreitungsgebiet in Mexiko nur unzureichende Informationen über das Vorkommen von Rotluchsen vorliegt.
Obwohl der Rotluchs ursprünglich die gesamte Region des Mittleren Westens in den USA besiedelt hat, ist er heute in einigen Gebieten ausgestorben. Als vom Aussterben bedroht gilt er in Ohio, Indiana und Iowa. Dagegen haben sich die Bestände in Illinois so erholt, dass er seit 1999 nicht mehr auf der Liste der bedrohten Tierarten geführt wird. In Pennsylvania ist seit 1999 die Jagd auf den Rotluchs wieder erlaubt. In New Jersey kam es zu starken Bestandseinbrüchen bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts, als die zunehmende Industrialisierung und landwirtschaftliche Erschließung dieses Bundesstaates zu einer zunehmenden Fragmentierung seines Lebensraumes führten. Seit 1991 wird die Art dort als bedroht geführt.[12] L. rufus escuinipae, eine in Mexiko beheimatete Unterart, wurde eine Zeitlang vom U.S. Fish and Wildlife Service als vom Aussterben bedroht eingeordnet. Im Jahre 2005 kam die Behörde jedoch zu der Ansicht, dass diese Einordnung nicht mehr gerechtfertigt ist.[33]
Über lange Zeit wurde diskutiert, ob Luchse nicht lediglich eine Untergattung der Gattung Felis darstellen.[17] Aus diesen Gründen findet man in der älteren Literatur den Rotluchs gelegentlich als Felis rufus geführt. Heute ist die Einordnung der Luchse in die eigenständige Gattung Lynx akzeptiert und der Rotluchs wird entsprechend als Lynx rufus geführt.
Nach den molekularbiologischen Untersuchungen, die in den 1990er Jahren Stephen J. O’Brien vornahm, lässt sich die Gattung der Luchse stammesgeschichtlich auf eine Großkatzengruppe zurückführen, die sich in einem Zeitraum vor rund 3 bis 7 Millionen Jahren in mehrere Seitenzweige aufteilte. Die stammesgeschichtlich jüngste Aufspaltung ereignete sich vor 2,8 Millionen Jahren, wobei sich aus dem einen Zweig die Großkatzen Nebelparder, Löwe, Tiger, Jaguar, Leopard und Schneeleopard entwickelten. Aus dem anderen Zweig entwickelten sich aus dem im Pliozän rings um die Arktis verbreiteten Urluchs (Lynx issiodorensis) die heutige Gattung der Luchse sowie die Marmorkatze.[34]
Der Rotluchs entwickelte sich aus dem Eurasischen Luchs, der vor etwa 200.000 Jahren Nordamerika über die Beringstraße erreichte.[17] Ein Teil dieser Luchse, die sich im südlichen Teil Nordamerikas etablierten und wurden sehr bald von den nördlichen Populationen durch Gletscher abgeschnitten. Die Luchspopulation entwickelte sich zum heutigen Rotluchs weiter. Von den nördlichen Populationen stammt der heutige Kanadische Luchs ab.[35] Gelegentlich kommt es noch zu Hybriden aus Rotluchs und Kanadischem Luchs.[36]
Aktuell werden bis zu zwölf Unterarten beschreiben: [37]
Die Aufteilung in zwölf Unterarten ist umstritten, da die Unterschiede zwischen den einzelnen Unterarten nur gering sind und ihre jeweiligen Verbreitungsgebiete nicht klar voneinander abgegrenzt sind.[32]
Der Rotluchs ist ein wichtiges Jagdwild, der bereits von der indigenen Bevölkerung Nordamerikas bejagt wurde. Ein wesentliches Jagdmotiv ist nach wie vor das Luchsfell. Die Jagd auf den Luchs ist in allen drei Staaten, in denen er vorkommt, heute gesetzlich reguliert. Die Jagdsaison fällt in das Winterhalbjahr, so dass sich daraus eine entsprechend verzerrte Sterblichkeitsrate ergibt. Indirekt sind vor allem Jungtiere von der Jagd betroffen, da sie in ihren ersten Lebensmonaten vom Muttertier abhängig sind. Trotz Bejagung sind die Populationszahlen hoch. Das gilt auch für den Süden der Vereinigten Staaten, wo der Rotluchs traditionell sehr stark bejagt wird.[23]
In der Mythologie der indigenen Bevölkerung Nordamerikas wird nicht zwischen Rotluchs und Kanadischem Luchs differenziert. Aus der geographischen Verbreitung der beiden Tierarten ergibt sich jedoch, dass sich die meisten Mythen und Fabeln auf den Rotluchs beziehen.
Die Mohave waren davon überzeugt, dass sich die übernatürlichen Kräfte von Lebewesen oder Objekten auf sie übertragen würden, wenn sie regelmäßig von ihnen träumten. Träume, in denen die beiden Gottheiten Puma und Luchs auftauchten, konnten ihnen Jagdfähigkeiten verleihen, die die ihrer Nachbarstämme weit übertreffen würden.[38] Ähnlich wie in den Mythologien der Altwelt werden bestimmte Merkmale des Erscheinungsbilds durch Fabeln erklärt. So erzählen die Shawnee beispielsweise, dass der Luchs deswegen ein geflecktes Fell aufweise, weil ihn einst ein Kaninchen überlistete. Nachdem er das Kaninchen gefangen hatte, überzeugte es ihn, zunächst ein Feuer zu entzünden. Als es brannte, streute das Kaninchen dem Luchs die glühenden Kohlen ins Fell und ließ ihn mit dunklen Brandmalen zurück.[39]
Häufig taucht die Figur des Luchses gemeinsam mit der des Koyoten auf. Luchs und Koyote sind in einigen Erzählungen wie beispielsweise der des Nez Perce-Volkes Zwillingsfiguren, die in einem offenen Dualismus Gegensätze repräsentieren, denen eine unterschiedliche Wertigkeit beigemessen wird. Regelmäßig werden die beiden Tiere mit Wind und Nebel assoziiert, zwei Elemente, die in der nordamerikanischen Mythologie ebenfalls als gegensätzlich begriffen werden.[40] In anderen Erzählungen ist dieser Dualismus aufgehoben und beide Figuren sind gleichwertig. Nach Ansicht von Claude Lévi-Strauss ist das Konzept von Zwillingsfiguren, die unterschiedlich wertige Gegensätze repräsentieren, ein inhärentes Thema der Mythologie Amerikas. Dort, wo dies in den Erzählungen der nordamerikanischen Völker nicht mehr auftaucht, ist dies auf einen engen Kontakt mit europäischen Siedlern zurückzuführen, deren Vorstellungswelt diese Form des Dualismus fremd ist.[41] Siedler, die von Europa nach Nordamerika übersiedelten, hatten dort häufig das erste Mal engeren Kontakt mit einer Luchsart. In der Folklore der europäischen Siedler, die sich in Nordamerika niederließen, nahm der für seine Wildheit und Anmut bewunderte Rotluchs sehr schnell eine wichtige Rolle ein.[42]
Tags:Rotluchs
Filed Under: Wildkatzen