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Sinnesorgane der Katze

Posted by on September 29, 2010  |  No Comments

Die sensitiven Funktionen umfassen die fünf Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastempfinden. Die moderne Physiologie kennt noch den Temperatursinn (Thermorezeption), Schmerzempfindung (Nozizeption), Vestibulärer Sinn (Gleichgewichtssinn) und das allgemeine Körperempfindung (oder Tiefensensibilität) (Propriozeption).

Das Sehvermögen (Visuelle Wahrnehmung)

Die Faszination, die die Katze auf den Menschen ausübt, begründet sich auf ihren Blick, der sich durch ihre vertikal streifenförmige Pupille auszeichnet, deren Sehschärfe in der Nacht nicht gemindert scheint. Das Katzenauge ist in der Tat gut an die nächtlichen Raubzüge angepasst.

Wie der Mensch hat die Katze frontal angesetzte und nach vorne gerichtete Augen. Damit hat sie unter den Säugetieren die größte binokulare Sicht (120°), d.h. eine bessere Wahrnehmung von Reliefs und Entfernungen. Auf jeder Seite wird sie von einer monokularen Sicht von ungefähr 80° ergänzt. Das Blickfeld einer Katze ist damit größer als bei uns Menschen und da auch das Blickfeld der einzelnen Augen sich überschneidet, kann sie dreidimensional und scharf sehen. Die Linse (das „Autofokus“system“ des Auges) ist sehr beweglich und gestattet eine rasche Fixierung der Beute. Linse und Pupille liegen zur besseren Sehschärfe dichter an der vorgewölbten Hornhaut. Da Iris und Augapfel jedoch unbeweglich sind, muss die Katze gleich den ganzen Kopf drehen, wenn sie zur Seite blicken möchte. Ihre Augenlider ziehen sich zusammen,wenn sie konzentriert auf ein Objekt blickt. Dafür ist ein Ausgleichsmuskel verantwortlich. Wenn die Iris sich nicht zusammenziehen würde, würde sie statt der Maus nur noch ein grelles Etwas sehen. Unsere Stubentiger hat etwa 6 mal lichtempfindlichere Augen als wir Menschen. Der breitere Blickwinkel ergibt sich durch den runderen und flacheren Augapfel der Katze. Das Katzenauge besitzt ein drittes und sehr bewegliches Lid, das die gesamte Fläche der Hornhaut mit einem flüssigen Schutzfilm bedecken und reinigen kann.

1 Bindehaut
2 oberes Lid
3 Iris
4 Hornhaut
5 Linse
6 Kammerflüssigkeit
7 unteres Lid
8 Aufhängeapperat
9 Unterer Augenmuskel
10 Sehnerv
11 Glaskörper
12 Netzhaut
13 Gefäß
14 Lederhaut

Blickfeld der Katze



Formen und Bewegung
Die Wahrnehmung von Formen, von Bewegung und zweifellos auch von Tiefenwirkungen erfolgt vornehmlich in den Netzhautzellen: Einige Zellen erwidern lediglich die Wahrnehmung von orientierten Linien, d.h., es gibt Zellen für die Wahrnehmung von Senkrechten, andere von Wagerechten und Zellen für jede Winkelrichtung (die Spanne reicht von 10 bis 30 Grad). Die Versetzung dieser Linien bei einer Bewegung ermöglicht eine noch größere Wahrnehmung. Anders gesagt, je mehr sich das beobachtete Objekt oder das Tier bewegt, um so besser wird es wahrgenommen.

Sehschärfe
Sehschärfe ist die Fähigkeit, Einzelheiten eines Objektes getrennt und scharf zu sehen. Die Sehschärfe wird in Anzahl der Zyklen pro Bogenminute gemessen, d.h. wie viele Linien pro Bogenminute gesehen werden können.

Menschen haben 30 Zyklen pro Bogenminute, Pferde 18, Hunde 12, Katzen 6. Die Sehschärfe ist bei der Katze 0,2 des Menschen, 0,33 des Pferdes und 0,5 des Hundes. Wenn ein normaler Mensch ohne Sehfehler 20/20 Sehschärfe hat – d.h. er kann in 20 Fuß Abstand einen Gegenstand scharf erkennen, dann hat der Hund 20/75 und die Katze zwischen 20/100 und 20/200. D.h. wenn ein normaler Mensch in 100 Fuß Entfernung einen Gegenstand scharf sieht, dann sieht ihn die Katze erst bei 20 Fuß Entfernung scharf.

Welche Farben kann die Katze sehen?
Katzenwelpen kommen mit blauen Augen zur Welt, die erst mit zunehmendem Alter grün oder bräunlich, können jedoch auch gelb, orange oder kupferfarben leuchten. Lange wurde davon ausgegangen, dass unsere Vierbeiner keine Farben erkennen können. Inzwischen glaubt man, dass sie die Farben außer die Kombination Rot mit Gelb und alle noch so feinen Grauton-Abstufungen unterscheiden können. Für die Wahrnehmung von Farben sind Photorezeptoren auf der Netzhaut erforderlich, die Stäbchen. Die Wahrnehmung der verschiedenen Farbnuancen hängt allerdings von den jeweils vorhandenen Stäbchen und ihrer unterschiedlichen Reaktion auf Lichtwellen ab. Bei den meisten Nachttieren, den Monochromaten, wie der Ratte, gibt es nur eine einzige Art von Stäbchen. Sie unterscheiden die Objekte nur durch ihre Lichtintensität. Die Katze gehört zu den Dichromaten, besitzt also zwei Arten von Stäbchen. Deshalb ist anzunehmen, dass sie zwei Farben und die sich daraus ergebenden Nuancen von Rot bis Grün wahrnimmt. Der Mensch ist Trichromat: er verfügt über drei Gruppen von Stäbchen; durch deren Stimulierung untereinander kann er Farbnuancen in allen sichtbaren Spektren wahrnehmen.

Verteilung der S-Zapfen und M-Zapfen
Es gibt 3 Arten von Zapfen beim Menschen:
S = short waved light (kurzwelliges Licht): blau
M = medium to long waved light (mittelwelliges Licht): gelb
L = long waved light (langwelliges Licht): rot

Es wird allgemein angenommen, dass die Katze nur S-Zapfen und M-Zapfen besitzt (genau so wie der Hund). 83%-88% der Zapfen bei der Katze sind M-Zapfen, also Zapfen, die für Gelb empfindlich sind.
Die Katze ist also nicht farbenblind, doch sieht sie die Welt ähnlich wie Menschen, die rot-grün farbenblind sind, sie kann also Rot nicht erkennen. Für sie besteht die Welt aus diffusen Pastelltönen. Da die Katze ein Nachttier ist, benötigt sie keine scharfe Unterscheidung von Farben. Entfernt man Rot aus dem Spektrum, würde die Katze so sehen.

Nächtliches Sehvermögen
Da Katzen am Abend oder in der Nacht jagen, müssen die Augen in der Lage sein auch bei Dämmerung, also bei sehr geringer Lichtintensität sehr gut zu sehen.
. Ihr nächtliches Sehvermögen ist wesentlich höher als das des Menschen. Die Katze besitzt zweihundert Millionen Stäbchen gegenüber einhundertzwanzig Millionen beim Menschen. Das Katzenauge besitzt wie das Hundeauge einen besonderen Lichtverstärkenden Mechanismus am Augenhintergrund. Es handelt sich um eine Reflektionsschicht (tapetum lucidum) (auch Teppich genannt), die hinter der Netzhaut liegt und sich aus bis zu 15 Lagen schimmernder Zellen zusammensetzt, die wie ein Spiegel wirken, so dass Katzenaugen, die in Dunkelheit von Licht getroffen werden, wie ein Reflektorspiegel leuchten. Dieser Teppich ist zum Beispiel dann sehr gut zu erkennen, wenn man eine Katze im Scheinwerferlicht eines Autos kreuzt. Ein hübscher Nebeneffekt ist, beim Fotografieren mit einem Blitz wird es nie rote Augen geben. Schließlich fällt das Licht auf die Netzhaut, die über den Sehnerv Impulse an das Sehzentrum im Gehirn sendet. Der Lichteinfall wird mit Hilfe der elliptoiden Schlitzpupillen reguliert. Es gibt Farben bei Katzen, bei denen das Tapetum degeneriert ist oder sogar fehlt, wie bei weißen Katzen (hauptsächlich mit blauen Augen oder odd-eyed), aber auch bei Katzen mit extrem hohem Weißanteil (wie Van-Katzen), und auch bei Albino-Varianten, die ein Siammuster haben.

Die Netzhaut der Katze hat zwei Arten von Rezeptoren: Zapfen für eine gute Bildauflösung und farbiges Sehen und viele mehr Stäbchen, für gute Nachtsicht und für die Erkennung der Grautöne. Als dämmerungsaktives Tier ist es lebenswichtig, sich in einer Grau in Grau getönten Umgebung einwandfrei zurechtzufinden. In absoluter Finsternis kann selbst ein Katzenauge nicht mehr sehen als wir.

Pupillenöffnung ja nach Lichteinfall
Die Pupille zieht sich bei großer Helligkeit zu einem senkrechten millimeterdünnen Strich zusammen und schützen so die Netzhaut vor übermäßigem Lichteinfall. In der Dämmerung weitet sich die Pupille zu einem großen runden Kreis.

1. Intensives Licht


2. Mäßiges Licht


3. Dämmerlicht

Katzen werden blind geboren

Die Pupille ist von der aus dem Embriostadium stammenden Pupillarmembran = Tunica vasculosa lentis überzogen, ein trübes Häutchen, die einige Tage nach der Geburt verschwindet. Die Augen sind verschlossen und öffnen sich zwischen 9-12 Tagen. Katzen, die mit offenen Augen geboren werden, sterben oft in den ersten Tagen und haben geringe Überlebenschancen. Wenn sich die Augen nicht nach dem 12. Tag öffnen, besteht die Gefahr einer schweren Augenentzündung mit Eiterabsonderung. Sie können die Augen mit Kamillentee ‚auf‘-baden, diese Prozedur müssen sie jedoch 1-2 Tage hindurch mehrmals wiederholen, da die Augen die Tendenz haben, wieder zuzukleben.

Persistierende hyperplastische Tunica vasculosa lentis oder persistierende Pupillarmembran (PPM) oder Membrana pupillaris persistens (MPP)
In der Pupillarmembran sind oft Gefäßreste aus der Embryonalentwicklung rund um die Linse herum enthalten. Sie gehen von der Regenbogenhaut aus und ziehen zu anderen Bereichen der Regenbogenhaut und überspannen so die Pupille (das Sehloch). Oder sie ziehen zur Hornhaut oder zur Linse und führen dort zu Trübungen. Manchmal können die Gefäßstränge so fein, dass man sie nur mit einem Vergrößerungsglas sehen kann. Normalerweise bilden sich diese embryonalen Gefäße in den ersten Lebenswochen zurück. Bei erkrankten Katzen bleiben sie jedoch bestehen. Diese Gefäßreste gehen oft mit Trübungen der Linse oder Erkrankungen des Glaskörpers und der Netzhaut einher. Je nach Ausprägung wird die Erkrankung in Grad 1-6 eingeteilt, wobei ab Grad 2-6 eine Zucht unterbleiben sollte. Eine Therapie gibt es nicht, und nur in wenigen Fällen kann eine Operation der Linsentrübung sinnvoll sein.

Das Gehör der Katze (Auditive Wahrnehmung)

Die Katze besitzt ein sehr gut entwickeltes Gehör, und kann einerseits eine sehr breite und andererseits eine an Intensität sehr schwache Tonskala wahrnehmen. Die Breite der von ihr wahrgenommen Vibrationsskala ist ungefähr drei Mal breiter als die des Menschen, denn sie hört tiefere und vor allem höhere Töne: Eine Katze kann Schwingungen bis 60 kHz wahrnehmen, welche bereits im Ultraschallbereich liegen. So genügt der Katze Mäusepfeifen, um eine Maus im Nest genau zu orten. Es genügt sehr geringe Intensität (um die 5 dB), die Wahrnehmung wächst je nach Intensität. Auf diese Weise ist die Katze in der Lage, schwache und von der Intensität unabhängige Höhenvariationen der Töne zu unterscheiden. Erscheinungen wie Ermüdung, Anpassung und Fortdauer sind beim Gehör sehr viel weniger ausgeprägt. Die Ortung der Geräuschquelle wird durch die Fähigkeit ermöglicht, die Ohrmuscheln in verschiedene und vor allem voneinander unabhängige Richtungen zu drehen. Schallwellen werden von der trichterähnlichen Ohrmuschel aufgenommen und an das Trommelfell weitergeleitet. Durch die Schwingungen dieser Membran wird eine Reihe kleinster Knöchelchen im Mittelohr bewegt und die Schallwellen so an den Innenohreingang (ovales Fenster) übertragen. Dahinter erreichen die Schallwellen die Schnecke (cochlea), ein System gewundener Flüssigkeitsgefüllter Kammern. Hier befindet sich das empfindliche Cortische Organ, das die Schallwellen in elektrische Impulse übersetzt und sie über den Hörnerv an das Gehirn leitet.

1 äußerer Gehörgang
2 Hammer, Amboss, Steigbügel
3 Trommelfell
4 Mittelohr
5 Eustasische Röhre
6 Hörnerv
7 Schnecke
8 Schneckengang
9 ovales Fenster


Geruchswahrnehmung (Olfaktorische Wahrnehmung)

Die beiden Sinne, Geruchssinn und Geschmackssinn werden bei Katen als untrennbar betrachtet. Der weniger ausgebildete Geschmackssinn ergänzt den Geruchssinn. Die Geruchswahrnehmung erreicht bei der Katze nicht die gleiche Intensität wie beim Hund. In ihrer Eigenschaft als Raubtier nimmt diese die dritte Stelle nach dem Seh- und Gehörsinn ein. Der Geruchssinn nimmt in den sozialen Beziehungen des Tieres einen großen Platz ein und greift bei der Nahrungsmittelaufnahme ein. Jegliche Störung der Geruchswahrnehmung führt zu einer Nahrungsverweigerung.

Die Nase
Obwohl Katzen eine gute Nase, mit etwa 200 Millionen Riechzellen, haben und altes abgestandenes Futter nicht anrühren, benötigen sie die Nase in erster Linie im Sozialverhalten untereinander. Deshalb erfolgt auch der erste Kontakt zweier Katzen stets von Nase zu Nase. Ihr Revier markiert eine Samtpfote mit Duftdrüsen, die an beiden Seiten des Kopfes, am Kinn, an den Lippen und am Schwanz sich befinden. In der Katzennase befinden sich Schleimhäute mit etwa 19 Mio. Nervenenden (Menschen 5 Millionen), die den Geruch sofort an das Gehirn weitergeben. So reagieren sie besonders empfindlich gegen Geruchsstoffe, die Stickstoffbestandteile enthalten.

1 Hypothalamus
2 Nasenhöhle
3 Maul
4 Zunge
5 Kanal
6 Gehirn
7 Riechkolben
8 Nasenschleimhaut
9 Jakobsonsche Organ



Der Geschmack (Gustatorische Wahrnehmung)

Der Geschmack ist bei der Katze, die über vierhundert Geschmacksknospen besitzt, sehr gut entwickelt. Sie und darüber ist man sich einig spürt die vier Grundreize auf: sauer, bitter, süß und salzig. Sauer und Bitter werden sehr gut wahrgenommen, weit besser als beim Hund, weshalb das Tier einem möglichen Giftstoff gegenüber sehr zurückhaltend ist. Das Salz kann mit der gesamten Oberfläche der Zunge wahrgenommen werden, wogegen Zucker nur in sehr hoher Konzentration erkannt wird. Diese Schwellen sind für Fleischfresser völlig normal, da sie darüber hinaus besondere Sensoren für einige für sie besonders wichtige Fleischbestandteile haben könnten (z.B. Taurin).

Die Zunge

Die lange und sehr bewegliche Zunge der Katze hat vielfältige Aufgaben, da sie neben den Geschmacksknospen auch Widerhäkchen (2), so genannte Papillen, besitzt. Die fühlen sich nicht nur wie eine Raspel an, was jeder Katzenfreund bestätigen wird, wenn wir von der Zunge abgeschleckt werden. Sondern sie dienen auch zum Einen dazu, um noch die kleinsten Fleischbrocken abzuhobeln, zum Anderen helfen sie bei der intensiven Fellpflege.
Eine Katze löffelt nicht wie ein Hund, um zu Trinken, sondern durch schnelles Eintauchen in die Flüssigkeit und zurückziehen schlabbert sie mit der Zunge, da die Flüssigkeitstropfen an den Widerhäkchen hängen bleiben. Die Geschmacksknospen (1+3) sitzen an der Zungenspitze, den Seiten und der Zungenwurzel. Diese geben durch die Rezeptoren die Geschmacksrichtung an das Gehirn weiter. Mithilfe der Rezeptoren erkennt sie als Fleischfresser sofort wichtigen die Aminosäuren, die ein Bestandteil der Proteine sind, süßes hingegen, da nur wenige Rezeptoren dafür vorhanden sind, kann sie kaum geschmacklich zuordnen. Selbst auf Wasser reagiert dieser ausgeprägte Geschmackssinn. So sind unsere Katzen, diese Erfahrung haben wir alle schon oft gemacht, viel wählerischer in der Futterauswahl und selbst ein mit falsch gereinigter Napf läßt unsere Samtpfote vor Ekel ertarren. Das Aussehen des Futters ist nebensächlich, nur der Geruch und Geschmack sind von Bedeutung. Durch ein am Gaumendach hinter den Vorderzähnen sitzendes Organ, das Jacobsonsches Organ, wird der Geruchssinn unterstützt. Dieses mit zurückgezogender Oberlippe und geöffnetem Maul genannte Flehmen, haben sie bestimmt schon beobachtet.

Der Tastsinn (Tastsinn)

Die Haut ist ein leistungsfähiger Detektor, der auf sehr schwache Druck- oder Temperaturunterschiede reagiert. Nicht an allen Stellen ist die gleiche Rezeptorenintensität anzutreffen. Die am meisten innervierten Zonen sind das Gesicht und die Extremitäten (Pfoten und Ballen) und der Anal- und Genitalbereich. Am Maul besitzt die Katze Sinneshaare, das sind große innervierte Haare mit einer ausgeprägten Tastfunktion. Bei einer gesteigerten Stimulierung verwandelt sich die wahrgenommene Empfindung in einen Schmerz. Im Übrigen haben Physiologen das Vorhandensein von Rezeptoren bewiesen, die nur dann aktiv werden, wenn die Stimulierung ausreichend groß ist, um eine Hautverletzung hervorzurufen. Das bedeutet, dass der Schmerz in gewisser Weise wie ein Sinn an sich betrachtet werden kann. Die Tast- und Wärmeempfindlichkeit spielt eine Alarm- und Vorbeugerolle, sobald der Stimulus gefährlich wird, und durch die spezifische Sensibilität wird eine bereits beeinträchtigte Zone der Gefahr erst nicht ausgesetzt.

Gleichgewicht

Die Katze ist für ihr ausgezeichnetes Gleichgewicht bekannt, mit dem sie sich mit Leichtigkeit auf sehr schmalen Mauern oder Einfriedungen bewegen und sich während eines Falls drehen kann, um auf ihren vier Füßen zu landen. Diese Spitzenleistung erreicht sie durch eine unbewusste und nahezu permanente Feinerfassung der Kopfposition im Raum und den Spannungszustand der Muskeln und der Sehnen. Jede Bewegung wird durch hinter dem Innenohr gelegene, sehr sensible Sensoren dreidimensional wahrgenommen. Ebenso vergleichen Muskelrezeptoren, die Muskelspindeln, und die Sehnenrezeptoren ständig die Spannung, die in jeder Muskelgruppe herrscht, um das Ganze mit Hilfe verschiedener im Gehirn (hauptsächlich in der Stirngegend) und im Kleinhirn gelegener Strukturen sehr genau zu analysieren und reflexartig zu einer unmittelbaren Korrektur der Bewegung zu führen, die während der Fortbewegung das Gleichgewicht sichert. Dieses System ist bis auf tiefe Schlafphasen fast immer aktiv.