Posts Tagged Geschichte der Siamkatze

Siamesen

Posted by on März 23, 2010  |  Kommentare deaktiviert für Siamesen

Ursprung
Körperbau und äußeres Erscheinungsbild
Fell
Farben
Charakter
Typen
Verwandte Rassen

Ursprung

Ein Siamkater der Variant lilac-point

Siamkater lilac-point


Die Siamkatze gehört wohl zu den Rassen, die man am leichtesten erkennt. Sie entstand vor etwa 500 Jahren in Asien, wo sie die königlichen Tempel von Siam (heute Thailand) bewachte. und von Mönchen und Königen gleichermaßen verehrt wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam das erste Zuchtpaar nach Großbritannien. Diese Katzen waren gedrungener und runder als die heutige Rasse. Die Popularität der Siam erreichte Ihren Gipfel wohl in den 1950er Jahren. Das sie von da an stätig abnahm, führen viele Liebhaber auf die Mode zurück, welche die Siamkatze immer langbeiniger und kantiger wollte. In letzter Zeit lässt sich verstärkt der Trend zu einer Rückkehr zur ursprünglichen Form feststellen.

Körperbau und äußeres Erscheinungsbild

Die mittelgroßen, garziösen Tiere sind sehr schlank, lang und hochbeinig. Ihr feinknöchiger Körperbau zeigt kräftige Muskeln. Sie haben einen langen Kopf,der von den Ohren bis zum Kinn eine spitze Keilform zeigt. Die mandelförmigen Augen stehen schräg und sind von klaren Blau. Die Ohren sind sehr groß und spitz. Die Pfoten sind oval und eher zierlich, während der lange, sehr dünne Schwanz sich zu einer Spitze verjüngt.

Fell

Das Fell der Siam ist kurz und fein. Es schimmert seidig und liegt eng an. Die Pflege macht keine Mühe, sollte jedoch regelmäßig vorgenommen werden. Junge Katzen tragen nach der Geburt noch keine Abzeichen, sie kommen schneeweiß zur Welt, die Points entwickeln sich erst allmählich.

Farben

Grundsätzlich gibt es bei Siamkatzen vier Standardfarben:

Farbe Grundfarbe Pointfarbe Nasenspiegel
und Fußballen
seal-point rosa-beige bis creme tief sealbraun seal
blue-point bläuliches weiß,
d.h. helles grau schiefergrau schiefergrau
chocolate-point elfenbeinfarben schokoladenfarben (mittleres braun) zimtrosa
lilac-point eisgrau rosafarbenes grau grau oder rosa

Außerdem gibt es noch die Farben rot und creme sowie deren Kombinationen mit den o.g. Standardfarben:

Farbe Grundfarbe Pointfarbe Nasenspiegel
und Fußballen
red-point aprikosefarben rötliches Gold rosa
creme-point helles creme cremefarben rosa
seal-tortie-point beige, in aprikosefarben übergehend sealbraun, 
mit rot gemustert seal und/oder rosa
blue-tortie-point helles blaugrau, 
in creme übergehend schiefergrau, 
mit creme gemustert grau und/oder rosa
chocolate-tortie-point elfenbeinfarben, 
in aprikosefarben übergehend schokoladenfarben 
mit rot gemustert braun und/oder rosa
lilac-tortie-point eisgrau, in helles creme übergehend rosafarbenes grau, 
mit creme gemustert grau und/oder rosa

Die älteste und bekannteste Farbvariante ist das seal point, gefolgt von blue point, chocolate point, lilac point, cinnamon point und fawn-point, red point und creme point.
All diese Farbvarianten gibt es auch noch in tabby (getigert), tortie (schildpatt), mit und ohne Silber, mit und ohne weiß. Außerdem findet man auch noch weiße Siamesen ohne sichtbare Abzeichen, die foreign-white genannt werden.
Die Farben entstanden durch gezielte Zuchtauswahl, teils auch durch Einkreuzen anderer Rassen. Inzwischen gibt es weltweit über 50 verschiedene Farbvarianten.

Charakter

Neben dem außergewöhnlichen Äußeren hat die Siamkatze auch einige innere Qualitäten, mit denen sie den Menschen in ihren Bann zieht.
Der Charakter der Siam ist geprägt von Neugierde, Eigensinn, Gelehrigkeit und Intelligenz. Siamesen sind so gesprächig, dass sie eigene Unterhaltungen führen können.
Siamesen sind sehr menschenbezogen. Dies ist ein Grund, warum sie nicht alleine gehalten werden sollten. Wenn ihre Menschen außer Haus sind, leidet die Siam furchtbar, wenn sie keinen kätzischen Freund hat.
Siamesen sind richtige Athleten – wobei sie ihre Kunststückchen lieber am Boden zeigen. Sie ist keine Kletter-Katze, sonder tobt lieber ebenerdig. Ihr Kratzverhalten ist auch anders als das anderer Rassen: schnell, fanatisch, voller Energie und Wonne wird meistens an waagerechten Flächen gekratzt
Siamkatzen werden sehr alt – 20 Jahre sind keine Seltenheit. Die Verspieltheit lässt auch im Alter nicht nach.
Im Gegensatz zu anderen Rassen ist sie weniger reviergebunden und bindet sich sehr eng an ihren Zweibeiner. Ihre Aufmerksamkeit und Neugierde sind sehr ausgeprägt.

Typen

Heute existieren im Grunde mehrere Typen Siamkatzen:
– der Amerikanische Typ: Kopf wie bei einer Schlange, in der Form eines gleichschenkeligen Dreiecks, Schädeldecke schmal, die Augen sind nur noch Schlitze, riesige Ohren, ein spektakulärer Hals, der Körper röhrenförmig, extrem lange Beine. Das ist der Supertyp oder überzüchtete Typ.
– Der Englische Typ: ein Zwischenglied zwischen dem alten Typ und dem amerikanischen Typ; der Kopf bildet ein gleichseitiges Dreieck, große Ohren, der Körper ist lang, aber ohne ins Extrem zu verfallen. Diese Katze wird bevorzugt, besonders in Frankreich.
Davon abgesehen haben Züchter, die der alten Siam-Rasse die Treue halten, in Abweichung von den heutigen Standards Siamkatzen gezüchtet, die wegen dieser Nichtkonformität neue Bezeichnungen erhielten:
Apple Head oder Apple Face (Apfelkopf oder Apfelgesicht), ein alter Typ mit etwas runderem Kopf; wieder herausgezüchtet von amerikanischen Züchtern, die in der 1987 gegründeten Traditional Cat’s Association (T.C.A.) zusammenarbeiten.
Thai, ein alter Typ, der in Deutschland durch Kreuzung von Siamkatzen mit British Shorthair und einfarbigen Europäischen Katzen erneut herausgezüchtet wurde.

Verwandte Rassen

Es gibt eine Reihe von Rassen, die auf der Siamkatze basieren.

Orientalisch Kurzhaar (OKH) – eine einfarbige Siamkatze mit grünen Augen. Orientalisch Kurzhaar Katzen sind völlig identisch im Typ und der Haarlänge mit der Siam, zeigen aber keine Maske, sondern Vollfarbe. Sie haben einen geschmeidigen, schlanken Körper mit langen Beinen und ein sehr feines, kurzes Fell. Einen keilförmigen Kopf mit großen, spitzen Ohren und mandelförmigen, grasgrünen Augen. Eine Ausnahme ist nur die Foreign White, die blaue Augen hat, weil sie eine Siam ist. Die weißen Tiere können verschiedenfarbige Augen (odded-eyed = grün oder blau) haben.

Balinesen (Siam Variant) – die langhaarige Schwestern der Siamkatze. Wie bei den Siamesen sind auch bei den Balinesen lediglich die “Points” (Gesicht, Ohren, Füße und Schwanz) in der jeweiligen Körperfarbe gefärbt. Der Standard des Körperbaus ist bei den Balinesen derselbe, wie der der Siamesen; lediglich in der Haarlänge unterscheiden sie sich. Ebenfalls werden bei beiden dieselben Farbbezeichnungen verwendet.

Javanesen oder Orientalisch Langhaar (OLH) aber auch Mandarin, Angora, OKH-Variant – die langhaarige Version der Orientalisch Kurzhaar. Es ist eine Katze mit vielen Namen. Man kennt sie als Orientalisch Langhaar (OLH), in der Fife nennt man sie Javanese, in vielen europäischen Ländern kennt man sie als Mandarin, und in England heißt sie Angora (nicht zu verwechseln mit der Türkisch Angora Katze).

Burma oder Burmese – die Burmakatze ist eine kurzhaarige Hauskatzenrasse. Für die Zeit zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert finden sich in Handschriften aus Ayuthia, der alten Hauptstadt von Siam, Darstellungen von Katzen, die den heutigen Burmesen ähneln. Im 16. Jahrhundert lebten den Burmesen ganz ähnliche braune Katzen, „Rajahs“ genannt, in den buddhistischen Tempeln des damaligen Birma. Die heutige Burmakatze stammt von einer besonderen Katze ab, Wong Mau, die 1933 von dem US-Navy-Arzt Joseph C. Thompson aus dem damaligen Birma (Rangoon) nach Kalifornien gebracht worden ist. Sie gilt als Mutter aller Burmesen und sah aus wie eine Siamkatze in hell-braunen, fast mahagonifarben Tönen, und hatte gelbe Augen. Es handelte sich wahrscheinlich um eine Mischlingskatze aus Siam und Burmesen, die man heute als Tonkanesenkatze bezeichnen würde. Thompson paarte sie mit Tai Mau, einem Seal Point oder Chocolate Point Siamkater. Eines der aus dieser Verpaarung hervorgegangenen Kätzchen mit dunkelbraunem Fell wurde mit seiner Mutter gekreuzt. So erhielt man einheitlich gefärbte braune Kätzchen, die ersten Exemplare der heutigen Burmesen-Rasse. 1936 wurde die Rasse offiziell von der C.F.A anerkannt. Der jüngste Zuchtstandard der T.I.C.A. stammt aus dem Jahr 1994. Obwohl sie also technisch nicht wirklich von der Siamkatze abstammt, wird die Burmakatze aufgrund ihrer engen genetischen Verwandschaft hier trotzdem genannt und führte zu einer weiter unten genannten Kreuzungsrasse. Burmesen wirkten auch bei der Entstehung der Bombay-Katzen mit, durch Kreuzung mit American Shorthair (1981), sie haben Anteil an Herausbildung der Burmilla-Rasse (Perser X Burmese), an Tiffany (Langhaar-Burmesen) sowie, wie bereits erwähnt, in den sechziger Jahren, der Tonkanesen (Burmese X Siam). Diese in Kontinentaleuropa wenig verbreitete Rasse ist in anderen Ländern sehr beliebt. Insbesondere im angelsächsischen Raum schätzt man sie sehr.

Tonkanesen (Golden Siamese) – Eine Kreuzung aus Siamkatze und Burmakatze. Die Tonkanesen sind dunkler in der Körperfarbe als Siamkatzen und haben türkisfarbenen Augen. Die Rasse entstand in den dreißiger Jahren in Nordamerika und Kanada durch Kreuzung von Siamkatzen mit Burmesen. Sie wurde damals als Goldene Siam bezeichnet. Diese Rasse fand damals kaum Beachtung. Erst in den 60er Jahren stieß diese dann in Tonkanesen umbenannte Rasse endlich auf Wertschätzung. 1974 wurde sie durch die Canadian Cat Association und 1978 durch die C.F.A. anerkannt. Die Tonkanesen, eine in den USA populäre Rasse, ist in Europa immer noch selten.

Colorpoint Shorthair – In den USA und in Großbritannien werden weiteren Farbschläge der Siamkatze, die Tabbypoints und Red- und Tortie-point als Color-point Shorthair bezeichnet. In Europa handelt es sich nur um Farbvariationen der Siamkatze. Siamkatzen / Colourpoint Shorthair können auch in folgenden Farben vorkommen:
– Red Point: Points rötlichgolden, Untergrund weiß in aprikosenfarbener Schattierung.
– Cream Point: Points cremefarben, Untergrund weiß mit cremefarbener Schattierung.
– Tortie Point: Schildpatt. Beispiel Seal.
– Tortie Point : Points mit braunen Flecken, rote Flamme im Gesicht, Untergrund hellbraun.
– Tabby Point: Ringelstreifen um Beine und Schwanz, Maske gestreift…
– Parti-Colour: weiße Flecken auf einem Teil der Maske, der Beine und des Körpers.

Himalayan oder Colourpoint Perser – hervorgegangen aus einer Kreuzung von Siam und Perser. Eine Perserkatze mit einem Siam-Fell. Blaue Augen. Heute eine fester Bestandteil der Perserfarbpalette.
Colourpoint-Perser:
• Colourpoint Seal: Körper beigefarben, Abzeichen dunkelbraun.
• Colourpoint Blue: Körper weiß, Abzeichen graublau.
• Colourpoint Lilac: Körper weiß, Abzeichen rosagrau.
• Colourpoint Red: Körper cremeweiß, Abzeichen rot.
Die Kätzchen sind bei der Geburt weiß. Die Abzeichen erscheinen, wenn die Kätzchen etwa 6 Monate alt sind.

Ocicat – eine getupfte Katzenrasse, deren Ursprung aus einer Kreuzung einer Siamkatzen and Abessinierkatze entstanden ist. Der Name Ocicat ist durch Addition der beiden Wörter Ocelot (Amerikanische Wildkatze mit getupftem Fell) und Cat (Katze) entstanden. Im Jahr 1964 kreuzte die Züchterin Virginia Daly aus Berkeley, Michigan eine Mischlingskatze aus Siam und Abessinier mit einem Chocolate Point-Siamkater, um Tabby Point Siamkatzen zu erzielen. In dem Wurf war ein Kater, dessen elfenbeinfarbenes Fell gold getönte Flecke aufwies. Daly führte ihre Katzenhaltung weiter, während andere Züchter, unter ihnen Tom Brown, Abessinier, Siamkatzen, gefleckte Orientalische Katzen, Ägyptische Mau und American Shorthair kreuzten, bis schließlich die heutige Morphologie der Ocicat entstand. Die Rasse wurde 1986 in den USA offiziell von der C.F.A. anerkannt, und die T.I.C.A. erstellte 1988 den Zuchtstandard auf. Paarungen mit Abessiniern sind gegenwärtig verboten. Die in den Vereinigten Staaten doch sehr populäre Rasse Ocicat ist in Europa noch sehr selten.

Serengeti – eine getupfte Katzenrasse die an den Serval erinnert. Ursprünglich gezüchtet aus einer Kreuzung von Siamkatzen, Orientalisch Kurzhaar und Bengal Cats.

Seychellois Kurzhaar/Langhaar – Die Seychellois wurde in den 80er Jahren von zwei Engländerinnen gezüchtet. Pat Turner und Julie Smith nahmen dazu Siam-, Orientalisch-Kurzhaar-, Bali- und eben Seychellois-Katzen, kurz- und langhaarige. Zunächst paarte sie zwei Siamkatzen mit zwei weiblichen Persern in Schildpatt mit Weiß. Die Nachkommen wiederum wurden mit Siam und Orientalisch Kurzhaar gekreuzt. Mit jeder Generation wurde das Muster verbessert. Um 1989 wurde die Rasse anerkannt.

< href="../havana/">Havana Brown Eine lebhaft, aktive Katze, spielfreudig, jedoch nicht aggressiv. Fremden gegenüber zurückhaltend, sie liebt Ruhe und Bequemlichkeit. Sie ist friedfertig, anhänglich und sehr sanft, sie vergöttert ihre Bezugsperson. Sie ist weniger „gesprächig“ als die Siamkatze, ihre Stimme ist auch leiser.

Snowshoe – nach ihren auffälligen weißen Pfoten benannt, vereint diese Rasse die Points einer Siamkatze mit den weißen Partien („Handschuhe“) der Birma-Katze. Die Rasse wurde in den sechziger Jahren in den USA von Dorothy Hinds-Daugherty, eine Züchterin aus Philadelphia, durch Kreuzung von Siam mit einer zweifarbigen American Shorthair entwickelt. Snowshoe (Schneeschuh) erinnert an eine kräftige Siamkatze mit weißen Handschuhen und ist die größte und schwerste unter den Siamkatzen. Die Rasse ist wurde in den 80er Jahren von der T.I.C.A. anerkannt. Obwohl sie einen gewissen Erfolg in den USA verzeichnete, bleibt sie doch selten.