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Aufbau der Haut und des Felles der Katze

Posted by on September 30, 2010  |  No Comments

Die Haut

Die Haut der Katze ist glatt, elastisch und sehr widerstandsfähig. Je nach Region variiert ihre Dicke zwischen 0,2 und 2 mm. Die Hautoberfläche für eine 2 kg schwere Katze beträgt 0,15 m2 und 0,3 m2 bei einem Gewicht von 6 kg. Die Haut dient hauptsächlich als erste Schutzbarriere des Körpers gegen schädliche Einflüsse, da sie durch die Haare und die Hornhaut die Durchlässigkeit einschränkt. Die Haut ist ein mehrschichtiges Organ zu der auch die Hautanhangsgebilde wie Haare, Talgdrüsen und Schweißdrüsen, die Krallen und die Pfotenballen gehören. Die Epidermis stellt die äußere Hülle der Haut dar. Sie ist geschmeidig, wasserabweisend und widerstandsfähig. Die verhornte Schicht der Oberhaut ist eine Anpassung an das Landleben. Die Oberhaut ist nicht mit Gefäßen durchzogen. Sie setzt sich aus mehreren Zellschichten sowie einer Oberflächenbeschichtung aus Schuppenzellen, Proteinen und vor allem Lipiden (Wachshaut und Sterol) zusammen. Dabei setzt sich eine der Schichten aus sehr eng aneinander liegenden Zellen zusammen. Das Ganze ergibt einen wasserdichten Schutz. Besondere Zellen, die Melanozyten, produzieren das Melanin. Dieses Pigment schützt die Haut gegen schädliche Sonnenstrahlen. Innerhalb der Melanozyten werden in sogenannten Melanosomen die Pigmente gebildet und an die oberen Hautschichten weitergegeben. Zum Schutz der Haut vor äußeren Einflüssen gibt es eine regelrechte Zusammenarbeit zwischen den Zellen. Zu diesem Zweck gibt es ähnlich wie im Blut die weißen Blutkörperchen, Zellen mit einer sogenannten Abwehrfunktion bzw. zahlreiche Zellen, die die Sensorfunktion der Lederhaut entsprechend regulieren. Die Lederhaut, der Hauptträger der Haut, stellt einen passiven Schutz gegenüber äußeren Verletzungen dar. Sie dient der Oberhaut als verbindende Grundlage. Dank ihrer starken Durchblutung sichert sie die Nährstoffversorgung der Haut. Sie übernimmt mittels zahlreicher Rezeptoren auch die Sinnesfunktion der Haut. Die Unterhaut besteht aus Bindegewebe, das sich durch fettreiche und stark durchblutete Zellen auszeichnet. Das Fett hat isolierenden Charakter und stellt eine Art Energiespeicher.

Aufbau der Haut, Schnitt

    1 – Oberhaut (Epidermis)
    2 – Lederhaut (Corium)
    3 – Unterhaut (Hypodermis, Subcutis)
    4 – Kapillaren
    5 – Nerven
    6 – Haarfollikel
    7 – Schweissdrüse
    8 – Talgdrüse
    9 – Unterhautfett
    10 – Haarbalgmuskel
    11 – Sekundärhaare
    12 – Primärhaar

Das Haarkleid

Das Haarkleid dient der innerartlichen Kommunikation, übernimmt aber auch wichtige Schutzfunktionen, wie: Schutz vor Verletzungen, Temperaturschwankungen des Körpers oder chemischen Substanzen. Der Haarfollikel ist eine Invagination der Oberhaut, der das Haar ausgehend von einer Wurzel, der Haarzwiebel, hervorbringt. Bei den Fleischfressern lassen sich die Follikel in Dreiergruppen teilen:

* 1 primärer Hauptfollikel, das Leithaar oder Deckhaar hervorbringt und bei den meisten Kurzhaarkatzen 4 cm lang ist.
* 2 primäre Lateralfollikel, die Grannenhaare hervorbringen (Zweithaar oder Deckhaar),
* dieses Trio wird von ungefähr fünfzehn Sekundärfollikeln umgeben, die Wollhaar hervorbringen.

Man unterscheidet mehrere Haarkategorien (deren Klassifizierung je nach Autor unterschiedlich sein kann).

* Deckhaare (Leithaare): lang, dicht, gerade. Schutzelement des Fellkleides, üppig in den oberen Körperregionen.
* Grannenhaare: (ebenfalls eine Schutzfunktion), an der Spitze gekrümmt und am Ende spitz, was ihnen ein keulenförmiges Aussehen verleiht.
* Wollhaare: gewellt und sehr fein. Schutzfunktion (Wärmeisolierung)

Die Tasthaare und die Schnurrhaare, die man vor allem um das Maul herum findet, weisen einige Besonderheiten auf. Sie übernehmen, da sie mit Nervenzellen verbunden sind, eine Sensorfunktion und ermöglichen der Katze so eine Orientierung im Dunkeln. Das Fellwachstum erfolgt kontinuierlich und zyklisch. Jeder Zyklus umfasst drei Phasen (die anagene, katagene und telogene Phase). Die anagene Phase ist die Wachstumsphase, in dieser werden ungefähr 0,3 mm Haar pro Tag produziert. Die katagene Phase ist die Zwischenphase vor der telogenen oder Ruhephase. Die telogene Phase ist die längste, vor allem im Winter sehr ausgeprägt. In bestimmten Zeiten des Jahres lassen sich anagene Phasen beobachten: Das ist zum Beispiel der saisonbedingten Haarwechsel, dessen Kontrolle im Wesentlichen dem Tages-Nachtrhythmus unterliegt. Die Katze widmet sich die meiste Zeit ihrer Pflege. Mit ihrer geschickten und durch die verhornten Papillen rauen Zunge kann sie vor allem während des Fellwechsels einen großen Teil der Lockeren Haare aufnehmen. Bei Aufnahme großer Haarmengen können diese im Magen sogenannte Haarballen bilden, die Verdauungsstörungen hervorrufen können.

Aufbau des Haares

1. „spachtelförmige“ Distalpartie (Spitzenbereich des Haare)
2. Cuticula – Schuppenschicht
3. Cortex – Haarrinde
4. Medulla – Haarmark
5. Haarspitze

Schuppenmuster der Cuticula

A. dachziegelartig
B. gezahnt

Hautdrüsen

Die Talgdrüsen stehen mit den Haarfollikeln in Verbindung. Sie sondern hauptsächlich Lipide ab, die an der Bildung der Hautschicht beteiligt sind. Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen. Man unterscheidet apokrine Drüsen, die in den großen Haarkanal münden, und die ekkrinen Drüsen, die direkt mit der Haut in Verbindung stehen. Bei den Fleischfressern sind die ekkrinen Drüsen auf die Pfotenballen beschränkt, sie sind besonders für die „Verwachsung“ der Ballen wichtig. Die apokrinen Drüsen sind auf der gesamten Körperoberfläche verteilt und produzieren eine alkalische und proteinhaltige Flüssigkeit. Ihre Aktivität ist allerdings gering und variiert je nach Körpertemperatur nur sehr wenig. In einigen Bereichen bringen die Drüsen besondere Substanzen hervor, welche die Katze bei der Markierung ihrer vertrauten Umgebung und in Bezug auf ihre sozialen Beziehungen benutzt. Über diese Drüsen werden sogenannte Pheromone abgegeben und eine Markierung . Reibt die Katze also ihren Kopf an einem Tischbein oder Ihrem Bein, so markiert sie damit ihr „Eigentum“.