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Parodontitis

Posted by on Oktober 12, 2010  |  No Comments

Parodontitis

Die häufigste Erkrankung in der Mundhöhle der Katze ist die Parodontitis. Dabei handelt es sich eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, bei welcher das Zahnfleisch sich entzündet und der Stützapparat der Zähne verloren geht. Zu dem betroffenen parodontalen Stützapparat zählen neben dem Zahnfleisch der Kieferknochen, der Wurzelzement und die parodontalen Fasern, durch welche der Zahn im Zahnfach aufgehängt ist. Eine Parodontitis beginnt in der Regel im Alter von zwei Jahren bei knapp dreiviertel aller Katzen und geht bei fehlender Zahnpflege häufig in eine hochgradige Entzündung über.

Es bilden sich neue Schmutznischen vor allem in den Bereichen zwischen den Wurzeln eines Zahnes, wenn sich der Knochen aufgrund der Entzündung von dort zurückgezogen hat. Die Entzündung etabliert sich und die Zähne verlieren ihre Funktion. Weitet sich eine solche Entzündung auf benachbarte Schleimhautareale aus, kann die Futteraufnahme zur Qual werden. Es gibt unterschiedliche Formen einer Parodontitis, die von langsamen, chronischen Verläufen bis hin zu einer hochakuten, schnellen Destruktion des Zahnhalteapparates mit hochgradiger Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens reichen.

Generalisierte Entzündungen der Mundhöhle finden sich in Zusammenhang mit solchen Parodontitiden oder aber auch auf Grundlage einer viralen Infektion, die es abzuklären gilt. Insbesondere bei FIV- oder FeLVErkrankungen können sich aufgrund des gestörten Immunsystems Entzündungen entwickeln. Problematisch ist häufig das Zusammentreffen vieler zu einer Entzündung beitragenden Ursachen in der Mundhöhle, welches eine kausale Behandlung erschwert.

In 90% aller Fälle jedoch ist das Vorhandensein einer Unmenge von Bakterien in den weichen Zahnbelägen die Ursache für die Entstehung einer Parodontitis. Aufgrund dieser Bakterien, die sich in dickeren Belägen umso besser vermehren können, löst sich der einst dichte Verbund von Zahn- und Zahnfleisch. Schädigende Einflüsse können fortan auf Kieferknochen, Wurzelzement und Parodontalfasern einwirken. Ab diesem Zeitpunkt ist eine reine Zahnsteinentfernung Augenwischerei, ohne Parodontalbehandlung mit Reinigung der Wurzeln kann man der Entzündung nicht Herr werden. Wichtig ist vor allem die konsequente Mitarbeit des Tierhalters, der mittels geeigneter Maßnahmen die Mundhygiene verbessern kann.

Ausgehend von dem chronisch-entzündlichen Geschehen an Zähnen und Kiefer werden weitere Organe miteinbezogen. Herzklappenfehler und chronische Leber- und Nierenerkrankungen sind bevorzugte Folgen nicht behandelter Herderkrankungen in der Mundhöhle.

Prophylaxe und Behandlung
Einer Parodontitis kann vorgebeugt werden, auch wenn häusliche Zahnpflege bei der Katze sich nicht so einfach gestaltet wie beim Hund. Wenn es aber möglich ist, seiner Katze die Zähne zu putzen, so sollte man dieses tun. Ist Zähneputzen nicht möglich, so sollte in regelmäßigen Intervallen eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt durchgeführt werden. Wie schon gesagt, umfasst dieses jedoch nicht nur das Entfernen von Zahnstein, sondern die Mitbehandlung der Wurzel. Aufgrund der Häufigkeit der Problematik sollte bei Verdacht eine Sondierung betroffener Zähne erfolgen, um vergrößerte Taschentiefen feststellen zu können. Liegen diese vor, sollten in jedem Fall bei Behandlung unter Narkose Einzelzahnröntgenaufnahmen angefertigt werden, um die Erhaltungswürdigkeit der Zähne festzustellen, damit nicht letztendlich ein schädigender Einfluss zurückbleibt.